Prof. Dr. Paul JJ Welfens (WS 2017/2018), Teil II
Grundlagen der Wirtschaftspolitik, 5. Auflage (2012/2013)
KAPITEL B
Trump-Administration: USA 2017+
Makroperspektiven
Infrastrukturprojekte = Erhöhung von G (Staatsverbrauch)
Senkung Körperschaftssteuersätze = Investition steigt,
Einkommenssteuersatzsenkung = C steigt an
Außenbeitrag (Netto-Güterexport) sinkt wegen realer Aufwertung des Dollars, Expansion des Sektors der nichthandelsfähigen Güter, Neo-Protektionismus der USA (sorgt selbst für Aufwertung $, damit aber
konterkariert sich Importprotektionismus bei flex.
Wechselkursen
Interdependenzaspekte USA-EU-Asia (von Trump kaum bedacht)
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Hinweis auf Studienverlauf: International Master Applied Economics and International Economic Policy
Studium der Volkswirtschaftslehre und der
Betriebswirtschaftslehre + Recht + Statistik als Grundlage für Bachelor
Master-Studium: in Wuppertal auch komplett in English
Applied Economics and International Economic Policy
Auch Möglichkeit für 1 Semester im Ausland
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Noch Hinweise zur Transatlantischen Bankenkrise 2007/08
Subprime-US- Krise (Hypotheken
-Darlehen) Unregulierte
Kreditverbriefungen
=falsche Anreize
„Falsche“
Niedrigpreise für Risiko
Schwache Bankenaufsicht
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Transatlantische Bankenkrise
US-Bankenkrise/Transatlantische Bankenkrise
Staat rettet Banken, stabilisiert
Konjunktur=Staatsfinanzierungsprobleme (Schuldenquote steigt); Kurs der
Staatanleihen fällt, Bankverluste, weniger Kredite an private Wirtschaft
Investitionsminus schwächt Konjunktur;
Rating-Verschlechterung in einigen Euro- Ländern, Zinsanstieg, Investitionen
sinken, Rezession in einigen Ländern (D: 2009: -5% Schrumpfung Y, +4% 2010)
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Makroökonomische Analyse
Kurzfristig:
Finanzmärkte
Mittelfristig:
Produktion, Preisniveau, Beschäftigung
Langfristig:
Wirtschaftswachstum
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5 Makromärkte
Güter markt
Arbeits markt
Anleihe- markt (Bonds markt)
markGeld t
Devisen markt
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Geldmarkt ist in
der Geldwirtschaft ein besonderer Markt, da auf allen Märkten mit Geld bezahlt wird;
Geldmarkt= Spiegel der anderen Makromärkte
Weltwirtschaft
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Wie entwickeln sich Güterpreise, Vermögenspreise?
Aktienkurs
Anleihekurs
festverzinslicher Papiere (Zins hängt damit zus.)
Devisenkurs Goldpreis
Güterpreis- niveau
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Goldpreis 2008-2012 getrieben von
Bankenkrise 2007/08 &Eurokrise 2010-14
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Gold ist aber für Zahlungszwecke unpraktisch und bringt zudem keine
pekuniäre Verzinsung; allerdings
erwartete Goldpreissteigerung denkbar!
Goldkäufe oder Immobilienkäufe auch als „Inflationsversicherung“;
Inflation ist prozentuales Wachstum des Preisniveaus; alternativ kaufe ausländische Währung
Preisniveau P; gewichteter Durchschnitt der einzelnen Güterpreise (Warenkorb!)
Preisniveau steigt
Kaufkraft 1/P sinkt
Lohnfor- derung+
Internat.
Wettbewerbs- fähigkeit fällt
Erwartungen zu P in t+1,
t+2 etc.
Wie entwickelt sich P* (* für
Ausland)
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Steigern internat. Wettbewerbsfähigkeit (DI
= Direktinvestitionen; PIN=Produktinnovat.
Produktinnovationen
Senkung der
Lohnstückkosten durch Prozessinnovationen Senkung der Energie- und Ressourcenkosten durch Prozessinnovation
• +high tech Gründer
• DI-Zuflüsse, Cluster Wettbewerb intensiv
• Cluster-Initiativen
• DI-Zuflüsse, digitale Netzwerke; mehr PINs
• Modellprojekte sektoral o. national
• F&E-Förderprogramm
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Preisniveau P; Kaufkraft=1/P; Inflation, Deflation
Anhaltender Anstieg des Preisniveaus = Inflation
Anhaltendes Sinken des Preisniveaus = Deflation
Deflation z.B. in Japan in 90er Jahren; wenn P sinkt, dann steigt der Realwert der Schulden: z.B. wenn man 100 € Schulden hat, dann ist der Realwert 100 €/P;
wenn P als Beispiel 2 € pro kg Brot ist, dann ist der Realwert von 100 € gleich 50 kg Brot; wenn P auf 1 € pro kg Brot sinkt, hat sich der Realwert der Schuld auf 100 kg Brot erhöht. Wenn man höhere reale Schulden hat, dann wird man weniger konsumieren wollen!
Gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage kann also sinken, wenn P zuvor fällt (bzw. erwartetes P sinkt)
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Reales Bruttoinlandsprodukt (Y)
Y ist die zu konstanten Preisen ausgerechnete Wertschöpfung (Neuproduktion von Gütern und Dienstleistungen) in der abgelaufenen Periode – z.B. 1 Quartal, 1 Jahr
Das nominale Bruttoinlandsprodukt (Y‘) ist die Wertschöpfung innerhalb der Grenzen eines
Landes in Euro; Y‘/P, wobei P das Preisniveau ist.;
Preisniveau ist der gewichtete Durchschnitt der Einzelpreise; wenn Y‘ schneller steigt als P, dann erhöht sich das reale Bruttoinlandsprodukt
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Produktion ist Basis für Jobs, Einkommen
bzw. Jobs Einkom-
men
Produk- ktion
Preis- niveau
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Makroökonomik: ökonomische Analyse gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen
Makroökonomische Analyse richtet sich auf gesamtwirtschaftliche Betrachtung insbes.
Gesamtwirtschaftliches Güterangebot und –nachfrage
(„Gütermarktanalyse“); im einfachsten Fall: 1-Gut-Modell.
Höhe der gesamtwirtschaftlichen Produktion Y bzw. Ein- kommen: Produktion geht einher mit Einkommenszahlung
Entwicklung der Wirtschaftsstruktur (n-Sektoren-Modell)
Arbeitsmarktentwicklung (Arbeitsangebot-; nachfrage;
Höhe der Arbeitslosenquote/-struktur)
Wie entwickelt sich das Preisniveau P, das über einen repräsentativen Preisindex zur Erfassung der
Kaufkraftentwicklung der Geldeinkommen gemessen wird
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 16 (www.eiiw.eu)
Elemente der Makro-Analyse
Beschreibung
Deskription: Mit Statistiken objektiv beschreiben
Theorie
Analyse: Erklärung des beobachteten Phänomens bzw.
Problems
Was soll Staat...
Politik; normativ:
was soll sein! Z.B.
Geldpolitik soll Inflationsrate von 1% erreichen (=
Preisniveaustabilität)
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Einige Fragen der Makroökonomik
Wie läßt sich die Wirtschaftsentwicklung
gesamtwirtschaftlich beschreiben (Deskriptive Indikatoren)?
Wie kann gesamtwirtschaftliche Entwicklung erklärt werden?
Wie kann der Staat – in einer offenen
Volkswirtschaft – gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflussen?
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Makroökonomik=kurz- u. mittelfristige Analyse von Schwankungen (z.B. Quartalswerte: Wachs- tumsrate gegen Vorjahr oder gegen Vorquartal)
Betrachtet und analysiert in Konjunkturanalyse
Kurz- und mittelfristige Schwankungen der gesamtwirt- schaftlichen Produktion (Wachstum Realeinkommen Y)
Kurz- und mittelfristige Änderungen der
Investitionsquote I/Y (mit I für Investition) bzw.
Änderungen der Investitionen; & des Konsums C und der Exporte X bzw. Importe J; des Staatsverbrauchs G
Mittelfristige Schwankungen (Wert rel. zu Trend) bei Kapazitätsauslastungsgrad und Beschäftigung bzw.
Arbeitslosenquote sowie bei der Inflationsrate (prozentuale Änderung des Preisniveaus P)
Kurzfristige Schwankungen Zinssätze; Aktienkurs (P‘)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 19 (www.eiiw.eu)
Einfluss auf reales Bruttoinlandsprodukt (Y = reales BIP)
BIP
Nachfrage privater Sektor: C+I
Nachfrage Staat
Nachfrage Ausland (X-
J)
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Rolle von Banken und Finanzmärkte
Einlagen bzw.
Vermögensverwaltung Kreditvergabe an Staat
Kreditvergabe an private
Haushalte Kreditvergabe an Firmen Banken
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Staatsschuld/Bruttoinlandsprodukt Y; gY ist
Wachstumsrate des realen BIPs in Prozent (meist jährliche Änderungsrate)
Grundsatz für solides banking: langfristige Projekte
langfristig finanzieren (fristenkongruent); in USA aber 2001- 08 hohe Immobilienkredite an privaten Sektor, bes. Subprime- Segment (Haushalte mit geringem Eink.); kurzfristige weitere Refinanzierung auf Bankenseite (bei Special Purpose
Vehicle=Tochter der Bank) ab 2007 kaum noch realisiert, da Zweifel an Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer =
Investmentbank Lehman Brothers 15.9.2008 Konkurs = westliche Marktwirtschaft am Abgrund
2008-2013: Bankenrekapitalisierung durch Staat (USA, UK, IRL, SP, DE, FR, BE, NL, ZY), Nationalisierungen (Northern Rock UK 2007, IRL), Konjunkturprogramme (Staatsausgaben steigen) = höhere Staatsdefizitquote d‘ :=(Ausg.-Einahmen)/Y; staatliche Schuldenquote b‘ (Schulden/Y) steigt: b‘= d‘/gY
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Staatsschuldenquote (debt-GDP ratio) explodiert in 2008-2013
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Historischer Anstieg der Schuldenquote (b‘) des Staates 2008-2013
Eurozone + 25%-Punkte; Zins sinkt in D, steigt GR, SP..
b‘ in USA + 30%-Punkte (auf 105 in 2013)
UK ca. + 40%-Punkte: UK, USA, D, FR sicherer Hafen!
Irland + 80%-Punkte; Griechenland >+100%
Ökonomischer Perspektive der Explosion von b‘: Land ggf. konkursgefährdet (Griechenland, Irland, Portugal, Zypern etc.)
Bei einer normalen Verzinsung der Staatsschuld von 3%
ergibt sich für Irland eine Erhöhung der Zinsausgabenquote von 2,4%-Punkte; also steigt auch der durchschnittliche
Einkommenssteuersatz um 2,4 Punkte
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Wie gefährlich ist der Anstieg der Staatsschuldenquoten?
Frage nach den besonderen Zinsbelastungen des Staates: Zinsausgabenquote = i b‘; wenn die Zinsausgabenquote steigt, dann muss in der Real auch der Einkommenssteuersatz angehoben
werden (staatliche Budgetrestriktion; z.B. Irland +80 bei der der Schuldenquote x 3% = + 2.4
Prozentpunkte beim Steuersatz!! Reale
Bruttoinlandsprodukt sinkt dann um etw a 1,2% )
Frage, ob in USA, UK und Eurozone verstärkt von Inflation bedroht? In USA und UK hat Zentralbank in 2008-13 Staatsanleihen in Höhe von etwa 20% des Bruttoinlandsproduktes angekauft! Effekte???
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Quantitätsgleichung (Fisher-Gleichung)
M V = PY (10 x 100€) x 2 = 2000 €
Quantitätsgleichung; Geldmenge M, V ist die Umlaufgeschwindigkeit (wie oft wird ein 100 Euro-
Schein pro Jahr genutzt: z.B. sei V=2); P ist Preisniveau, Y das reale Bruttoinlandsprodukt; also P = MV/Y; MV ist monetäre Gesamtnachfrage
Alternativ M/P = (1/V(i))Y; dabei V(i) positive Funktion von i, d.h. wenn i steigt, dann steigt V; im
Nominalzinssatz steckt die erwartete Inflationsrate.
Links vom Gleichheitszeichen steht das reale
Geldangebot, links von die reale Geldnachfrage V‘(i)Y, wobei V‘ negative Funktion von i.
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 26
Drei Gleichungen, die man kennen muss M Geldbestand, V Umlaufgeschwindigkeit
1) lnM(t) + lnV(t) = lnP(t) + lnY(t); t ist Zeitindex
Merke: die logarithmische Ableitung einer Größe nach der Zeit ist ihre Wachstumsrate
dlnM/dt + dlnV/dt = dlnP/dt + dlnY/dt; oder schreibe 2) gM + gV = gP + gY; gP = gM – gY (falls V konstant)
Also ist – bei Annahme konstantes V - die Inflationsrate dlnP/dt (geschreiben auch als gP) = dlnM/dt – dlnY/dt;
Inflationsrate = Wachstumsrate Geldmenge minus reales Wirtschaftswachstum (in %)
Quantitätsgleichung brauchen wir für Inflationsanalyse (später); und Deflationsanalyse (Ende 2014/2015
Eurozone als Problem)
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Verwendungsgleichung des Bruttoinlandsproduktes;
Y = C + I + G + X – q*J; * für Auslandsvariable
Y = Summe aus Konsum C, Investition I,
Staatsverbrauch G und Außenbeitrag X –q*J (dabei ist X Exportmenge, J Importmenge; q*:= eP*/P, wobei e
nominaler Wechselkurs in €/$; q* heißt realer Wechselkurs und q*J ist die in inländische
Gütereinheiten umgerechnete Importmenge
Falls auf rechter Seite Plangrößen, dann
gesamtwirtschaftliche Nachfrage bestimmt Y & Jobs;
Plangrößen nur bei Verhaltensgleichungen wie etwa
C=C(Y-T), wobei T Steuerzahlung ist, oder I=I(r), wobei r für Realzins steht (I hängt negativ von r ab!)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 28
Law of One Preis; Gesetz der
internationalen Preiseinheitlichkeit
Bei Wettbewerb und Freihandel gilt: (* für
Auslandsvariable; e Wechselkurs, P Preisniveau)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 29
Bei homogenen Gütern im In- und Ausland gilt bei Wettbewerb bzw.
Arbitrage: P=eP* (law of one price!)
TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership;
Verhandlung zu Freihandelsabkommen EU-USA)
Freihandelsabkommen EU/USA seit 2013 verhandelt
Es geht um Abbau von Zöllen, Zollsätze ca. 3%
Nichttarifäre Handelshemmnisse, die in einigen
Sektoren einem Zolläquivalent von etwa 20% entsprechen
Offizielle EU-Studie (CEPR) besagt, dass handelsbedingte Vorteile 0.5% des BIPs ausmachen für sowohl EU als auch USA; das ist eine Unterschätzung
(Welfens/Korus/Irawan, 2014) – Einfluss von
Innovationsdynamik und Direktinvestitionen von MNCs
fehlt. Zugleich Ifo-Studie eine Überschätzung: + 13,4% für USA bei breiter Liberalisierung
Kritik gegen US-Chlorhühnchen; Furcht vor Aufweichen von Standards Verbraucherschutz, Arbeitsmarkt-Regeln;
Schiedsgerichte!!! (Vorteil für Investoren; contra Politik!??) Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 30
Mehr Freihandel in der Regel vorteilhaft
In der Fachliteratur gibt es nur Vorteile; mit Ausnahme von Immiserizing Growth (großes Land, bei dem der relative Preis eines exportierbaren Produktes – z.B.
Kaffee bei Brasilien - nach Öffnung zum Weltmarkt fällt).
Bei TTIP geht es nicht nur um Handel, sondern
Verabschiedung gemeinsamer Standards (nichttarifäre Han- delsbarrieren; Regulierungen, die kompatibel sind (z.B. Telekom)
Auswirkung auf Direktinvestitionen (Investitionen
multinationaler Unternehmen im Ausland: EU-Firmen in USA, US-Firmen in EU); mehr DI auf beiden Seiten des Atlantiks
Induzierte Innovationsdynamik; schärferer Technologiewettbewerb
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 31
BREXIT (Referendumsabstimmung 23.6.16)
Makroeffekte: UK 2019 (29. März Austritt)
Inflationsanstieg 2017 (3% statt 1%)
Pfundabwertung nominal und real
Denkbarer nominaler UND realer Zinsanstieg
Anstieg des Anteils von ausländischen Investoren am UK-Kapitalbestand (17% in 2016, 30% in 2030)
Wachstumsverlangsamung (-16% als Gesamteffekt)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 32
Historische Megaprobleme:
mittelfristige starke Schocks
Massenarbeitslosigkeit UK 20er Jahre; Rückkehr zur Vorkriegsparität e0 in 1925 über Deflation: zuviel Geld für Kriegsfinanzierung gedruckt P=eP* bzw. e = P/P* bzw.
wegen MV=PY und P = MV/Y bzw. wegen P* = M*V*/Y*
muss offenbar M zurückgeführt werden=Deflation (dP<0)
Weltwirtschaftskrise 1929-33: USA BIP fiel um 1/3, Massenarbeitslosigkeit; Aktienkurse fielen auf ca. 30%
1929-Niveaus; Deflation, Massenarbeitslosigkeit auch Deutschland, 1932 6 Mio. Arbeitslose (29.I: 2.3 Mio)!
Ölpreisschocks von 1973/74 und 1979, als jeweils eine Vervierfachung der Rohölpreise eintrat
2008 hätte neue Weltwirtschaftskrise bringen
können! Große Vertrauenskrise im Interbankenmarkt = Vertrauenskrise in Marktwirtschaft insgesamt.
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 33 (www.eiiw.eu)
Schwere internationale bzw. regionale Stabilitätsschocks
Südostasienkrise 1997/98: schwerer Einbruch des Wachstums, massive Abwertung (nominal bis 80%);
aus scheinbar heiterem Himmel brechen asiatischen Volkswirtschaft massiv ein. Problem I hoher
Auslandskredite von Unternehmen – künstlich
befördert durch fixe Wechselkurs; das ist gefährlich bei Abwertung, da in Inlandswährung gerechnet die Höhe der Verschuldung steigt; Problem II:
langfristige Investitionen z.T. kurzfristig finanziert
Transatlantische Bankenkrise 2007/08;
Weltrezession 2009; Staatsfinanzierungskrise bzw. €-Krise 2010-2013
Ökonomen nicht einig in Diagnose 2008-2012
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 34
Staatsfinanzierungskrise
Staatsfinanzierungskrise ergibt sich
in Form zunehmender Probleme einiger Euro-Länder, sich am
Kapitalmarkt zu finanzieren; also das laufende Haushaltsdefizit und die Refinanzierung auslaufender Anleihen zu tragbaren Zinssätze zu
stemmen
Zinssatz Deutschland in 2011-12: um 1.5% für 10jährige Anleihe (2014: 0.8%); Zins Italien und Spanien 5-7%;
Griechenland 25%, Irland, Portugal 5-7%; 2014 D: 0.8, Frankreich 1,3%, andere ca. 2%
Gr., Ir., Pg. unter Euro-Rettungsschirm EFSF, neuer Rettungsschirm ESM seit 8. Oktober 2012; OMT-Ansatz der EZB-Geldpolitik Sommer 2012:
EZB erklärt, man kauft bedingt Staatsanleihen von Krisenländern an – unbegrenzt im Prinzip (Restlaufzeit 1-3 Jahre); Land muss
Anpassungsprogramm mit ESM haben. (erklären:„unbegrenzte Ankäufe“)
Klage vor B.Verfassungsgericht: Sinn (Ifo) als Gutachter gegen OMT
USA und UK mit Konjunkturaufschwung, beenden beide Quantitative Easing = Ankauf von Staatsschuldtitel durch Zentralbank (ca. 15% BIP)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 35 (www.eiiw.eu)
Einfache Überlegung
Steigt ib‘
Steuersatz an, +, Staats- ausgaben - Staatsschulden-
quote b‘
(Staatsschuld/Br uttoinlands-
produkt)
Marktzins i (Rating wichtig;
AAA, B, C, D)
Zinsschulden- quote = i(b‘) b‘;
steigt b‘, steigt i
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 36
Staatsfinanzierungskrise
B für nominalen Staatsschuldenbestand, P Preisniveau, Y ist Bruttoinlandsprodukt, G realer Staatsverbrauch
(„Staatskonsum“+F&E-Förderung), τ Steuersatz, r Realzins
b‘:= (B/P)/Y Staatsschuldenquote
rb‘ ist demnach Zinsausgabenquote (staatli. Zinsausgaben/Y)
Beachte: Wenn der Einkommenssteuersatz τ beträgt und die Staatsausgabenquote (G+rB/P)/Y, dann kann man zeigen
G/Y + rb‘– τ= Neuverschuldungsquote
(Defizitdurch Bruttoinlandsprodukt); maximal 3% laut Stabilitäts- u. Wachstumspakt; max. 60% für b‘ (€zone)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 37 (www.eiiw.eu)
Budgetrestriktion des Staates (B ist Bestand an Bonds bzw. Anleihen, und zwar nominal, G Staatverbrauch)
Budget: Staatsverbrauch+Zinsausgaben –Steuereinnahmen= Neuverschuldung
(1) G + rB/P –τY = (dB/dt)/P; t ist Zeit; div./Y
(1‘) G/Y + rb‘– τ = Defizitquote [(dB/dt)/P]/Y; b‘:=(B/P)/Y
Aus Definition der Schuldenquote b‘ folgt für konstantes P nun:
db‘/dt=[(dB/dt)/P]/Y –b‘gY; hier G/Y:= γ; gY =(dY/dt)/Y
(1“) [γ – τ] + b‘[r -gY] = db‘/dt;
„Primärsaldo“ [γ – τ] muss negativ sein für db‘/dt<0; wenn b‘ 120% ist, reales
Wirtschaftswachstum gY=0 und r 5%, dann steigt die Schuldenquote um 6 Prozentpunkte, falls Primärsaldo 0; Primärdefizit ist γ–τ
Stabilität: fordern db‘/dt=0, also
(2) [γ–τ]= b‘#[gY – r]; also ist der notwendige Primärüberschuss zu berechnen als: τ – γ= b‘(r - gY ) = 100%x(3% - 1%)= 2% (Bsp)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 38 (www.eiiw.eu)
Dynamische Verbindung von Makromärkten
Arbeits- markt
Kredit- markt Devisen-
markt e (€/$) Geld-
markt
Güter- markt
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Geldmarkt im volkswirtschaft- lichen Sinn ist Besonderheit:
= Spiegelbild der anderen Makromärkte
Walras‘ Gesetz:
Wenn n-1 Märkte im Gleichgewicht, dann n-ter Markt auch im Gleichge-
wicht Staat u. Firmen
als (Netto-)Kredit- Nachfrager; Haus- halte als Kreditan- bieter (via Banken) Produktion/Einkommen
Wechselkurs = relativer Preis zweier Währungen
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens (www.eiiw.eu)
Wachstumsanalyse (Jahreszahlen, glei- tende Durchschnitte bzw. Trendwachstum)
Beschreibung und Analyse des langfristigen
Wachstums des realen Bruttoinlands-produkts bzw.
des Bruttosozialprodukts = Wachstumsanalyse; es geht um die langfristi-ge Erhöhung des
Produktionspotenzials (abhängig von Beständen an vorhandenen Produktionsfaktoren: Kapital K,
Arbeit L, Technologie A); auch
Innovationsdynamik
undHumankapitalakkumulation sind wichtig
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 40 (www.eiiw.eu)
Drei Sichtweisen des (realen) BIP
Entstehung des BIP (Y);
welche Zutaten im „Kuchen“ Y
Verteilung des BIP bzw. des Nettoinlands- produkts (K,L)
Verwendung Y=C+I+G+ (X von
–q*J)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 41
C Konsum, I Investition, G Staatsverbrauch
X Exportvolumen; J ist Importvolumen; q* ist realer Wechselkurs (q*=eP*/P; e nominaler Wechselkurs in €/$, * Ausland)
Definitionsgleichung (Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts Y) in der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
Ex post: BIP (Y) Summe von tatsächlichem Kon-
sum, I[geplante Investition+
ungeplante I]
, G, Xnetto Y = C + I + G+ X – q*J (in C, I, G, X stecken Importe, die in Form q*J abzuziehen sind;
Multiplikation von J mit q* erbringt Umrechnung von ausländischen Gütereinheiten in inländische)
C Konsum
I Investition
G Staatsverbrauch
X Exporte (in realer Rechnung bzw. Exportmenge)
J Importe (in realer Rechnung bzw. Importmenge)
q*:=eP*/P, wobei e nominaler Wechselkurs (€/$), P Preisniveau, *Ausland
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 42 (www.eiiw.eu)
Wie liest man die Verwendungsgleichung ex ante (im vorhinein); als Plan-Gleichgewicht
Y =
C(Y) + I(r) + G + X(Y*,q*)–q*J(Y,q*)
in offener Volkswirtschaft (gesamtwirtschaftl. Nachfrage)
, wobei C(Y) der geplante gesamtwirtschaftlich Konsum der privaten Haushalte, der vom Realeinkommen (genauer Y-T;
T ist Steuerzahlung) abhängt
I(r) die vom Realzins r negativ abhängigen Investitionen der Unternehmen
G ist der autonome Staatsverbrauch (Staatskonsum)
X sind reale Güterexporte, die abhängen von Y* (z.B. USA) und positiv vom realen Wechselkurs q*:=eP*/P: X= xY*q*
J sind die realen Güterimporte, die abhängen von Y; q*J rechnet importierte Gütereinheiten in Inlandseinheiten um
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 43
Exportquote, Importquote
Realer Außenbeitrag X‘= X – q*J (Nachfrage Ausland)
Deutschland stark vom Außenhandel abhängig
Hohe Exportquote X/Y
Hohe Importquote q*J/Y
(q* ist der realeWechselkurs eP*/P; e ist nominaler Wechselkurs), Multiplikation der Importmenge – der realen Importe – mit q* ergibt
Importmenge (z.B. Barrel ÖL) ausgedrückt in inländischen Gütereinheiten (kg Auto); hohe Importquote steht für
Importkonkurrenz und z.T. Bezug von importierten Vorprodukten=Basis für Export
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 44 (www.eiiw.eu)
Leistungsbilanzsaldo (LBS): Außenbeitrag (Güterexport minus –import) + Saldo der einseitigen Übertragungen(z.B. UN-Beitrag)
LBS nominal = PX – eP*J (Exporterlös minus Importrechnung)
Dividiere durch inländisches Preisniveau P (Dimension „€/kg Auto“); LBS real = X – [eP*/P]J
Exportfunktion X= xY*q*; J=jY/q* bzw. LBS real = xY*q* - jY; realer Wechselkurs q* = eP*/P
Exportmenge steigt bei Anstieg von q* (reale Ab-wertung), Importmenge fällt bei dq*>0 (Importe teurer!)
Leistungsbilanzdefizitquote (X – q*J)/Y; wenn LBS-Quote negativ, dann verschuldet sich Land im Ausland!!
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 45 (www.eiiw.eu)
VGR-Identität (ex post) versus Ex-ante- Gleichgewichtsbedingung (VGR=
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung)
Y = C + I + G +[X –q*J] gilt immer(ex post; IST)
Gütermarktgleichgewicht heißt aber geplantes
Güterangebot Y= geplante Güternachfrage;
mit C=C(Y-T), wobei T die reale Steuerzahlung ist;
mit I=I(r,…); je höher Zins r, desto geringer I
G ist exogene Größe (politisch gesetzt; via Staat)
X =x(q*)Y*; X proportional zu ausländischem Y*
J =j(q*)Y; j(q*) mit dj/dq*<0; höhere q* heißt Importe teurer!
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 46 (www.eiiw.eu)
Betrachtung Unterbeschäftigungs-
situation Y von Nachfrage bestimmt (0<θ<1 ist Gewichtungsfaktor)
Bei Unterbeschäftigung gilt Y=Ydemand, wobei gesamtwirtschaftliche Nachfrage rechts von =…
Y= C(Y-T)+ I(r) + G + X(q*,Y*) – q*J(q*,Y);
gesamtwirtschaftliche Nachfrage bestimmt Y
Bei
Vollbeschäftigung w äre
zu beachten die Angebotsseite (mit 0<ß<1): Ypot=Kß (AL)1-ß Reale Situation (WELFENS, 2008; Innovations in Macroeconomics):
Y= θY
demand+(1-θ)Y
potProf. Dr. Paul J.J. Welfens 47 (www.eiiw.eu)
Güterangebot (Makro-Sicht)
Y
potist
Y = f(K, A, L) = Kß(AL)1-ß; 0<ß<1; wenn ß=0,5 ist, dann ist Y= Wurzel aus (KAL)
ß heißt Angebotselastizität des Kapitals; gibt an, um wieviel Prozent Y ansteigt, wenn K um 1%
ansteigt; lnY=ßlnK + (1-ß)ln(AL); dlnY/dlnK=ß, d.h. dass logarithmische Ableitung Elastizität ist!
K ist Realkapital (Maschinen & Anlagen)
A Wissen, das arbeitsvermehrend ist (Annahme)
L ist Arbeit
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 48
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 49 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 50 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 51 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 52 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 53 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 54 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 55 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 56 (www.eiiw.eu)
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Industrieproduktion,
Verarb.Gew.+Energie+Bergb. & reales Bruttoinlandsprodukt in der €-zone
(bei Eurozone in 2009 Abschwung)
65
Industrieproduktion
schwankt stark im Zeitablauf;
sie ist Treiber der Konjunktur
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Einige Zahlen aus der Gemeinschaftsdiagnose 2008
66
RÜCKBLICK: Diagnose der Gemeinschaftsdiagnose (Mehr-
Institute-Gutachten) im Herbst 2008 geht teilweise an der Realität vorbei;
Rückgang des realen BIPs 2009 völlig unterschätzt; Frage ist, warum;
unzureichend bedacht, dass schwere Bankenkrise in US, UK, Deutschland etc. negative Effekte in der Realwirtschaft haben wird.
2009 US-Wirtschaft durch massives 750 Mrd. $ Konjunkturpaket gestützt; was kommt in 2010, wenn staatliche Konjunkturstützung ausläuft (Staatsverbrauch G geht zurück); womöglich werden
Steuersätze erhöht werden müssen, weil Defizitquote mit über 10% erschreckend hoch ist; zum Vergleich: in EU gilt für
Normalzeiten Defizitquote (Neuverschuldung/Y) von maximal 3%
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Staatsdefizit
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λ Schuldenquote = Staatsschuld/Bruttoinlandsprodukt; Zinsausgabenquote λi
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Inländische Verwendung: Konsum C + Investition I + Staatsverbrauch G
Bruttoinlandsprodukt= Wertsumme aller neu erstellter Waren+Dienstleistungen in t
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Staatsverschuldung = kumu-lierte staatliche Neuverschuldung aus Vergangenheit bis heute
Staatsbudget:
(1) G + r(B/P) –τY = (dB/dt)/P;r Realzins, B/P ist realer Staatsschuldenbestand; B ist nominaler
Staatsschuldenbestand; dB/dt ist die nominale Neuverschuldung
Division von (1) durch Y ergibt
(1‘) G/Y + r(B/P)/Y - τ = [(dB/dt)/P]/Y;
Neuverschuldungsquote:=[(dB/dt)/P]/Y; im Maastrichter Vertrag maximal 3% zulässig außerhalb Rezession; mittel- fristig ausgeglichener Haushalt; Schuldenquote ist (B/P)/Y
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Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 78 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 79 (www.eiiw.eu)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 80 (www.eiiw.eu)
CDS = Kredit- ausfallversi- cherung
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Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 82 (www.eiiw.eu)
App. 1 BRD: Parallelität von Wachstum der Beschäftigung (in %) und Änderung (in
Prozentpunkten) der Investitionsquote
83 EIIW
analysis
Ohne höhere Investitions- quote kaum zusätzl. Jobs
Beschäftigungswachstum Investitionsquoten-Änderung
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App. 2 EU-15: Parallelität von Wachstum der Beschäftigung (in %) und Änderung (in
Prozentpunkten) der Investitionsquote
84
EIIW Analysis based on Ameco (EU) data
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App. 3 USA: Parallelität von Wachstum der Beschäftigung (in %) und Änderung (in
Prozentpunkten) der Investitionsquote
85
USA im Vgl. zu D mehr Jobwachstum bei Anstieg von Inv.quote; Arbeitsmarkt flexibler!
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Exportsquote (X/Y) und Importquote (J/Y), Deutschland
Germany: Export and Imports as percent of GDP (in current prices)
15 20 25 30 35 40
1960 1962 1964 1966 1968 1970 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004
%
Export-GDP-Ratio Germany Import-GDP-Ratio Germany Export-GDP-Ratio Germany (West)
Import-GDP-Ratio Germany (West)
86
Source: ECFIN Ameco Database, April 2003.
Note: Values for 2003 and 2004 are estimated.
Offenheitsgrad steigt langfristig
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Staatsverbrauchsquote Deutschland
Germany: Government Consumption as Percent of GDP (in current prices)
10 12 14 16 18 20 22
1960 1962 1964 1966 1968 1970 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004
Government Consumption-GDP-Ratio, Germany Government Consumption-GDP-Ratio, Germany (West)
87
Source: ECFIN Ameco Database, April 2003.
Note: Values for 2003 and 2004 are estimated.
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Inflationsrate und Nominalzins, USA
88
Paral- lelität von Infla- tion und Zins- ent- wick- lung:
Infl.- Erwar- tung spie- gelt sich im Zins
USA: Inflation and Long Term Nominal Interest (Percent)
0 2 4 6 8 10 12 14
1960 1962 1964 1966 1968 1970 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Inflation (CPI annual growth) Long term nominal interest
Source: ECFIN Ameco Database, April 2003.
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens (www.eiiw.eu)
Inflationsrate und Nominalzins, Deutschland
89
Paral- lelität von Infla- tion und Zins- ent- wick- lung:
Infl.- Erwar- tung spie- gelt sich im Zins
Germany: Inflation and Long Term Nominal Interest Rate (Percent)
-1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1960 1962 1964 1966 1968 1970 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Inflation (CPI annual growth)
Long term nominal interest (Germany) Long term nominal interest (Germany West)
Source: ECFIN Ameco Database, April 2003.
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens (www.eiiw.eu)
Entwicklung der Aktienkurse (1900- 2000, USA)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 90 (www.eiiw.eu)
Entwicklung der Aktienkurse (2)
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 91 (www.eiiw.eu)
Zur Griechenland- und Eurokrise
Griechenland: Statistikfälschung – statt 5% in Wahrheit 15% Defizitquote in 2009; wo bleibt öffentliche EU-Rüge gegen Griechenland?
Irland im Nov. 2011: skandalöse Zustände bei der Bankenaufsicht – Anglo-Irish Bank hat 80% der
Anlagen in gewerblichen Immobilien (nur 5 developer)
= Mangel an Risikomanagement bzw. Diversifizierung;
internationale Unter-suchung nötig!Jetzt!
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 92 (www.eiiw.eu)
Typische Presse-Sicht zur Griechenland/Irland- bzw.
Eurokrise
Es liegt eine Staatsschulden- und Finanzierungskrise in der Eurozone vor
Bisherige Politikantwort Mai 2010, Nov. 2010
110 Mrd. € Rettungsschirm für Griechenland (Mai)
750 Mrd.€ Rettungsschirm EFSF,der auf Eurozonen-Länder Garantien und IWF-Mitteln beruht (250 Mrd. des 750 Mrd.
Betrages); 2013 ESM= 700 Mrd. Kapital
Die Analyse ist bei Irland grundfalsch: Es liegt eine Bankenaufsichtskrise vor!! (auch in D)
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Maastrichter Vertrag bzw. Stabilitiäts- u.
Wachstumspakte €zone
Schuldenquote
(staatlicher Schuldenbestand relativ zum Bruttoinlandsprodukt) maximal 60%,Defizitquote maximal 3% (außer Rezession)
Griechenland, Italien, Belgien, Irland in 2011 über 100%;
das ist ein Problem – es bedarf eines Primärüberschusses (Haushaltsposition ohne Zinsausgaben), um Schuldenquote zurückzuführen
Bleiben Zinsaufschläge bei Gr.land, Irland, Portugal, Spanien
= Problem für die Banken: Refinanzierung durch Bankschuldverschreibungen kaum möglich
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Makroökonomik: Basisperspektiven
Bei der Makroökonomik geht es um die Beschrei- bung, Analyse und wirtschaftspolitische Be-
einflussung gesamtwirtschaftlicher [aggreg.] Größen (gesamte Volkswirtschaft wird betrachtet; z.B. das
Preisniveau P als repräsentativer Preisindex, das reale Bruttoinlandsprodukt Y); ggf. sektorale Betrachtung.
Definitionsgl. wie gesamtwi. Einkommen Y=C+S+T, wobei C Konsum, S Ersparnis und T Steuerzahlung ist
Verhaltensgleichungen
wie gesamtwirtsch. Konsum C=C(Y-T) oder Arbeitsangebot der Haushalte Ls(w, A‘) mit ∂Ls/∂w>0, ∂Ls/∂A‘<0 etc.; A‘ steht für RealvermögenProf. Dr. Paul J.J. Welfens 95 (www.eiiw.eu)
Wozu braucht man die makroökonomische Analyse?
Unternehmen und Banken
, um ihr Aktions-umfeld zu verstehen, zu nutzen (Konjunktur)
Anleger,Arbeitnehmer
:sinnvoll entscheiden (s.o.) Staat (Zentralbank, Regierung), um kurz-, mittel-, langfristig gesamtwi. Entwicklung so zu beeinflussen, dass bestimmte Sollwerte erreicht werden: z.B.
Vollbeschäftigung bzw. geringe u, Preisniveaustabilität P, Wirtschaftswachstum gY
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97
Aufbau von Makro I
Definition Makroökonomie
Realität (Wachstum gY; gP..,u)
Erfassung Wirtschaftsleistung in der VGR
Entstehungsrechung
Verwendungsrechung
Verteilungsrechnung
Monetäre Analyse
Preisniveaumessung
Verhaltensfunktionen für Kon- sumenten, Investoren etc.
Makroökonomische Analyse
[gesamtwi.] Gütermarkt
Geldmarkt
Bondsmarkt (Kreditmarkt)
Devisenmarkt
Arbeitsmarkt
Totalmodell geschlossene Vw
Totalmodell offene Volksw.
Nachfragepolitik
Angebotspolitik,….
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98
Grundlagen der Makroökonomik: Es geht um gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Makroökonomik umfaßt
Wirtschaftssystemtheorie (z.B. Marktwirtschaft versus Zentralverwaltungswirtschaft)
Konjunkturtheorie (kurz-/mittelfristige Schwankungen im Auslastungsgrad a des Produktionspotenzials Ypot): Y=a‘Ypot
Wachstumstheorie (langfristige Zunahme von Ypot)
Geldtheorie (Geldfunktionen, Geldangebot, -nachfrage)
Außenwirtschaftstheorie (Erklärung von Außenhandel u.
Kapitalverkehr; Erklärung der Wechselkursentwicklung)
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99
Grundfragen der Makroökonomik
Makroökonomische Analyse bezieht sich auf die Beschrei- bung, Erklärung und wirtschaftspolitische Beeinflussung gesamtwirtschaftlicher Größen, z.B.
Höhe der nominalen Wertschöpfung Y‘ bzw. Realeinkommen Y=Y‘/P
Preisniveau P bzw. Inflationsrate π(prozentuale Änderungsrate eines Preisindex P)
Höhe des Pro-Kopf-Einkommens y=Y/L (auch Arbeitsproduktivität)
Höhe des Wirtschaftswachstums [Land I, II]: (dY/dt)/Y=dlnY/dt
Arbeitslosenquote u (Zahl Arbeitslose/abh. Beschäftigte)
Faktorpreisrelation w/r: Reallohnsatz w=W/P; Realzins r=Nominalzins - π
Anteil des Faktoreinkommens Arbeit (L) bzw. Kapital (K) an Y: wL/Y
Innovationsintensität (z.B. Patentanmeldung/Kopf)
Schuldenquote (Staatsschuldenbestand/Y‘)
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100
Makromärkte (jeweils
Angebotsseite, Nachfrageseite)
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Gütermarkt
Geldmarkt (Spie- gelbild der an-
deren Märkte)
Bondsmarkt (Kreditmarkt) Devisenmarkt
Arbeitsmarkt
101
Gleichgewichtsanalyse (kleine offene Volkswirtschaft)
Bei Gleichgewichtsanalyse werden Makromärkte unter Gleichgewichtsbedingungen betrachtet
Gleichgewichtsbedingung
heißt Angebot=Nachfrage Angebotsfunktion= Nachfragefunktion; z.B. Gütermarkt Ys=bK=Yd(r,q*); Yd=C+(a/r)+G+Xnet(q*)
wobei K der vorgegebene Kapitalbestand in Wirtschaft ohne Arbeit sei; r Realzins, I=a/r; a,b[0,1], q*:=eP*/P den realen Wechselkurs bezeichnet; e ist nominaler
Wechselkurs €/$, P Preisniveau, * Ausland. Also: Für gegebenes K bestimmt die Gleichung bei gegebenem q* eindeutig Variable r (sinnvoll?). Güterm.&Geldm.!?
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102
Says Theorem: Angebot schafft sich seine Nachfrage
In einfacher Form lautet das Theorem: Güterangebot – von Unternehmen in Antizipation von Bedürfnissen – entwickelt bzw. bereitgestellt, trifft auf kaufkräftige
Nachfrage. Es entsteht bei neuer Güterproduktion
insofern zusätzliche Nachfrage, als ja mit der Produk- tion Einkommensentstehung verbunden ist. Theorem zweifelhaft z.B. bei oligopolistischer Interdependenz in Märkten mit wenig Anbietern, wo sich Überproduktion ergeben kann. Außerdem können Erwartungen falsch sein. Realität: Es gibt temporäre sektorale oder
gesamtwirtschaftliche Kapazitätsunterauslastung(en)!
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103
Gesetz von Walras: vereinfacht Gleichgewichtsanalyse
Wenn bei n-Märkten n-1 Märkte im Gleichgewicht sind, dann ist auch der n-te Markt im Gleichgewicht
Also braucht man in einem 2-Märkte-Modell mit Güter- und Geldmarkt eigentlich nur die
Gleichgewichtsbedingung des Gütermarktes (oder des Geldmarktes) zu betrachten; anderer Markt ist dann auch im Gleichgewicht:
Analyse mit 2 Gleichge-
w ichtsbedingungen bzw . Gleichungen
bestimmt die Variablen Zins i, Realeinkommen Y, Beschäftigung LProf. Dr. Paul J.J. Welfens (www.eiiw.eu)
Adam Smith: Begründer der VWL (1/3) Buch Wealth of Nations...1776
Smith ist Moralphilosoph, gute Geschichts- und Europakenntnisse (FR, CH, IT)
Eigeninteresse der Individuen
Verhalten der Menschen
Zusammenhang von gesellschaftlich-wirtschaftlicher Entwicklung und Institutionen
Staat ist instabil
Kaum Wachstum
Wettbewerb fördern national/internat.; Privatisieren
= dezentrale Koordination über Märkte! = +dY
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 104 (www.eiiw.eu)
Adam Smith: Begründer der VWL (2/3)
Märkte bedeuten eine gegenseitige Abhängigkeit
Persönliche Freiheit
Ausgleich der Interessen verschiedener Gruppen
Arbeitsteilung Effizienz- bzw. Produktivitäts- und Wohlstandsgewinne; Handel=internat. Arbeitsteilung
„Die unsichtbare Hand des Marktes= Koordination der Marktakteure dezentral
Spezialisierung der Arbeiter durch learning by doing und Bildung; Bildung soll auch Eintönigkeit des Arbeitens in Industrie entgegenwirken
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 105 (www.eiiw.eu)
Adam Smith: Begründer der VWL (3/3)
Gegen den Merkantilismus; jedes Land will Überschüsse im Außenhandel – das ist aber logisch UNMÖGLICH bzw. Konfliktstrategie;
Merkantilismus behindert Importe
(administrativ oder durch Zölle) bzw.
internationale Arbeitsteilung = unklug
Freihandel – also gegen Zölle (wichtige
Einnahmequelle des Staates um 1776, also?...)
Abschaffung von Monopolen
Koalitionsfreiheit von Arbeitern
Staat:Kernaufgaben Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 106 (www.eiiw.eu)
A 1: Knappheitsprobleme und Produktionsfaktoren
Natur (Boden) Arbeit
Technischer Fortschritt Kapital
Prof. Dr. Paul J.J. Welfens 107 (www.eiiw.eu)