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Trauerbegleitung als Feld der Sozialen Arbeit

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Academic year: 2023

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Insbesondere im Bereich der Trauerbegleitung stellen sich in der Forschung Fragen, ob hier Bedarf für eine Professionalisierung als Bereich der Sozialen Arbeit besteht bzw. inwieweit Trauerbegleitung bereits als Teil der Sozialen Arbeit interpretiert werden kann. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt, die sich auf die aktuelle Trauerforschung, die bestehenden Angebote der Trauerbegleitung in Deutschland sowie auf die Kriterien für Professionalität in der Sozialen Arbeit bezieht. Ein Ausbau der Trauerbegleitung durch Soziale Arbeit mit niederschwelligen Angeboten, auch im ländlichen Raum, ist wünschenswert.

Um den spezifischen Bedarf zu klären, werden im Diskussionsteil Fragen für mögliche weitere Forschung gestellt. Ich konzentriere mich bewusst auf die Farben, um die Überlebenden aus meinem Kopf zu verbannen, aber gelegentlich sehe ich diejenigen, die zwischen den Puzzleteilen zurückbleiben.

Einleitung

Trauer – eine theoretische Annäherung

Definition Trauer

Es ist anerkannt, dass die Trauer um eine verstorbene Person individuell ist und von multifaktoriellen Faktoren beeinflusst wird (vgl. Nach jahrelangen Überlegungen wird die anhaltende Trauerstörung in der ICD11 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems), der neuen Version der Diagnose, aufgeführt Code der Weltgesundheitsorganisation (WHO), als Krankheitsbild Gerade weil Trauer ein so individueller Prozess ist, ist diese Diagnose immer noch umstritten (vgl.

Generell zeigen Ansätze zur Definition von normaler und anhaltender Trauer, dass es nicht nur für Betroffene, sondern auch für Fachkräfte oft sehr schwierig ist, sie einem Unterstützungssystem zuzuordnen.

Folgen und Auswirkungen von Trauer

Der Autor macht zunächst darauf aufmerksam, dass in der bisherigen Forschung zu Tod und Trauer meist der explizite Faktor Armut fehlt bzw. dass sich die Armutsforschung nur auf Lebensfragen bezieht (vgl. ebd., S. 12). Da über offizielle Bestattungen nur die nächsten Angehörigen informiert werden, bleiben Freundschaften und soziale Beziehungen außerhalb der Herkunftsfamilie und klassischen Kernfamilien hier unberücksichtigt (vgl. ebd., S. 53). Dies sorgt dafür, dass Trauer, sei es die eigene oder die eines nahestehenden Menschen, oft von Angst begleitet wird.

Dadurch geraten die eigenen Interessen und Persönlichkeitsmerkmale in den Hintergrund und es kommt zum Verlust einer liebgewonnenen Identität (vgl. ebd., S. 27). Dieses Zusammenspiel verschiedener Emotionen ist wichtig, da es schwierig ist, ein Gefühl über einen längeren Zeitraum alleine auszuhalten, es kann aber auch zu Komplikationen führen (vgl. ebd., S. 41f.).

Trauerprozessmodelle

Bei Trauernden beginnt eine Sinnsuche, die oft mit Sehnsüchten, Vorwürfen – auch gegenüber sich selbst – und Verzweiflung einhergeht (vgl. Kübler). Ross 1969). Darin heißt es, dass sich Trauernde ständig zwischen zwei emotionalen Zuständen hin- und herbewegen: der Trauer über den Verlust und einer sicheren Neuorientierung in der Gegenwart (siehe Stroebe/Schut 1999).

Es geht um das Beobachten, Erkennen, Annehmen und schließlich Gestalten dessen, was ist (vgl. ebd., S. 28ff.). Daraus folgt, dass Trauer nicht auf einen vorab interpretierbaren Plan festgelegt werden kann, denn auch bei Ähnlichkeiten sind multifaktorielle Einflüsse und individuelle Voraussetzungen entscheidend für die Gestaltung und Wirkung von Trauerprozessen (vgl. ebd., S. 20).

Trauerbegleitung

  • Entwicklung im deutschsprachigen Raum
  • Aufgaben und Inhalte professioneller Trauerbegleitung
  • Bedarf und Inanspruchnahme von professioneller Trauerbegleitung
  • Wer darf Trauerbegleitung anbieten, wer ist qualifiziert?
  • Wirkung von Trauerbegleitung
  • Finanzierung von Trauerbegleitung – wer zahlt?

Seit den 1980er Jahren gibt es neben Hospizen auch eine Reihe von Angeboten wie begleitete Trauergruppen, die häufig Hinterbliebene in ähnlichen Situationen zusammenbringen, unabhängige Selbsthilfegruppen oder offene Trauercafés (vgl. ebd., S. 266). ). Das Wissen, dass die manchmal seltsamen Reaktionen anderer die einzige offensichtliche Antwort sind, mit der überwältigenden Situation umzugehen, kann Trauernden und ihren Begleitern helfen (vgl. ebd., S. 59). Für die Studie wurden 682 Trauernde befragt, von denen 75 % Trauerbegleitung erhielten (vgl. ebd., S. 7f.).

Um dies zu gewährleisten, wird die Qualifikation durch anerkannte Personen verliehen, die vom BVT in einem mehrstufigen Verfahren dafür qualifiziert wurden (vgl. ebd.). Die Qualifikation des BAT erfordert erworbene Fach- und Methodenkompetenz sowie soziale Kompetenz, die für selbstständiges Arbeiten notwendig ist (vgl. Achenbach 2016b). Für bestimmte Zielgruppen, etwa bestimmte Berufsgruppen oder ehrenamtliche Tätigkeiten, müssen eigene Kriterien formuliert werden (vgl. ebd., S. 280).

Idealerweise sollte das Vorliegen dieser Voraussetzungen sowie die Trainingsmotivation in einem Vorgespräch geklärt werden (vgl. ebd., S. 281). Die Befragten bewerten die Wirkung anhand ihrer Gefühle zum Zeitpunkt der Befragung im Vergleich zu ihren eigenen Trauergefühlen unmittelbar nach dem Tod (vgl. ebd., S. 3). Dennoch weist die Studie auch darauf hin, dass ein größeres Vergleichsprojekt aufgesetzt werden sollte, um verallgemeinernde Aussagen treffen zu können (vgl. ebd.).

Dem Wissen über Trauerprozesse und methodischen Unterstützungspunkten wird dagegen ein geringerer Effekt zugeschrieben (vgl. ebd., S. 11). Dies ist umstritten, da insbesondere der Zusammenhang zwischen Trauer und späteren Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall hervorgehoben wird (vgl. ebd.). Dadurch erhalten die Betroffenen eine bessere Unterstützung in den schwierigen Prozessen des Abschieds und der Trauer (vgl. Mobil Krankenkasse 2023).

Professionalität in der Sozialen Arbeit

  • Kriterien von Professionalität
  • Nähe und Distanz
  • Professionelle Haltung und Habitus
  • Emotionsarbeit
  • Felder der Sozialen Arbeit

Den Unterschied zwischen beruflicher Tätigkeit und alltäglicher Tätigkeit sehen wir in der Kunst, Nähe und Distanz zum Adressaten und seinen Problemen zu verschränken (vgl. rechts) und sie immer wieder neu zu definieren. Er betont, dass professionelle Distanz im Idealfall einerseits unabhängig von Beleidigungen und andererseits von Bestätigungen mache (vgl. ebd., S. 51). Daher plädiert er für eine Lebensweltorientierung, die die Adressaten und ihre Lebenswirklichkeit in den Mittelpunkt sozialarbeitsorientierten Handelns stellt (vgl. ebd., S. 52).

Soziale Arbeit versteht sich als Menschenrechtsappell (vgl. ebd., S. 2), das heißt ihr Ziel ist der Schutz der Grundrechte und der Würde jedes Menschen im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention Deutscher Grundlagenvertrag. Das Gesetz muss durchgesetzt oder wiederhergestellt werden. Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. 2009, S. 1) und spezifiziert dies später als „ethisches Handeln“, das auf den Prinzipien der „Menschenwürde“ und der „sozialen Gerechtigkeit“ beruht (vgl. ebd., S.2). Der erste bezieht sich auf die Arbeit mit den Gefühlen anderer, etwa das Trösten, während der zweite die Arbeit an den eigenen Emotionen sowie deren Reflexion und Einordnung im beruflichen Kontext beschreibt (vgl. ebd.).

Während sentimentale Arbeit wahrgenommen, aber häufig nicht als äußerst anstrengend empfunden wird, wird emotionale Arbeit häufig nicht als Arbeit identifiziert (vgl. ebd.), obwohl sich die langsame Etablierung des Begriffs emotionale Arbeit in diesem Wahrnehmungsbereich auch und darüber hinaus zu ändern scheint Alles zum Thema Sozialarbeit. Im Gegenteil, sie durchdringen das Denken und Handeln (vgl. ebd., S. 69) und stehen mit ihnen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis, das das berufliche Handeln in der Sozialen Arbeit bestimmt (vgl. Dies wird bei Mucha immer bekannter für die kritische Reflexion unter Mitarbeitern /Rastetter (Mucha/Rastetter 2017).

Diese große Vielfalt zeigt, dass sich Soziale Arbeit immer wieder im Spannungsfeld zwischen einer Art universeller Verantwortung einerseits und einer wichtigen Spezifizierung eines bestimmten Bereichs andererseits befindet (vgl. Farrenberg/Schulz 2020, 35 ff.). Handlungsfelder in der Sozialen Arbeit unterliegen stets gesellschaftlichen Dynamiken (vgl. ebd., S. 12) und stehen vor der Herausforderung, mit neuen Bedürfnissen umzugehen, die durch politische und gesellschaftliche Veränderungen entstehen. Assistenzmaßnahmen als Handlungsfelder wie „Beobachtung“ und „Beratung“ (vgl. ebd., S. 11) sind in allen Arbeitsbereichen zu finden und treten unter anderem in Form klassischer Methoden von auf Soziale Unterstützung. Arbeit – Arbeit in der Gemeinschaft, Einzelhilfe und soziale Gruppenarbeit (vgl.

Diskussion: Einordnung von Trauerbegleitung in den Kontext Sozialer Arbeit

Dies kann beispielsweise durch emotionale Bildungsarbeit im pädagogischen Rahmen geschehen, etwa im Angebot der Schulsozialarbeit, aber auch in der Erwachsenenbildung. Bei der Zusammenführung der beschriebenen Kriterien der Professionalität in der Sozialen Arbeit und der Anforderungen an die professionelle Trauerbewältigung werden einige Überschneidungen deutlich. Angefangen beim Ausgangspunkt und der Akzeptanz des Anderen, die nicht nur im Trauerprozess zentral sind, sondern auch in der professionellen Haltung beschrieben werden.

Wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis von beruflicher Nähe und Distanz ist, wird im Leitfaden zur Begleitung ohne Angabe von Trauerwegen deutlich. Der Trauernde entscheidet selbst über den Rahmen und die Form seiner Trauer, ist aber auch in einer verletzlicheren Lage. Auch die in der Sozialen Arbeit häufig zitierte Ressourcenorientierung und die damit verbundene „Hilfe zur Selbsthilfe“ findet sich in den genannten Aspekten wieder.

Auch in der Methodik gibt es deutliche Ähnlichkeiten: In der Trauerbegleitung in Einzelgesprächen und Gruppentreffen finden sich klassische Konzepte der Sozialen Arbeit, der Einzelarbeit und der sozialen Gruppenarbeit. Obwohl es keine konkreten aktuellen Studien zum Einsatz oder zur Bereitstellung von Trauerbegleitung gibt, zeigt die Forschung deutlich, dass ein Großteil der Hilfe freiwillig geleistet wird. Wichtig ist, sie selbstreflexiv einzuordnen und gegebenenfalls in einem anderen Kontext, beispielsweise in der Supervision, zu verarbeiten.

Daraus lässt sich schließen, dass auch in der ehrenamtlichen Trauerbegleitung für qualifizierte Laien Professionalisierungsprozesse stattfinden. Hinsichtlich der Methode der Trauerbegleitung machte die Studie „TrauErLeben“ deutlich, dass Trauernde das Erkennen ihrer Gefühle und das Zuhören als besonders hilfreich auf dem Weg in die Trauer empfinden. Ein weiterer Aspekt, der in der Forschung zur Trauerbegleitung bisher wenig Beachtung gefunden hat, ist die Frage nach Geschlecht und Sexualität oder wie sich beispielsweise queere Perspektiven auf den Bedarf an Trauerbegleitung im Allgemeinen auswirken.

Fazit

Der wichtigste Schritt für eine Veränderung in den Bereichen Trauer, Tod und Sterben besteht darin, sie als Teil des Lebens zu verstehen und zu akzeptieren – in der Gesellschaft und in der Sozialen Arbeit. Student, Johann-Christoph/Mühlum, Albert/Student, Ute (Hrsg.) (2020): Hospizsozialarbeit und Palliativpflege.

Hiermit erkläre ich, dass ich die Dissertation mit dem Titel „Bedarf an professioneller Trauerbegleitung als Feld der Sozialen Arbeit“ selbstständig und ohne fremde Hilfe abgeschlossen habe. Grafik 2: Prozentuale Verteilung der Trauernden mit und ohne Trauer nach Art der sozialen Beziehung zum Verstorbenen (Wissert 2013, S.7). Grafik 3: Verteilung der Trauernden mit und ohne Trauer nach Todesart (Angaben in den Spalten beziehen sich auf die Anzahl der Befragten) (Wissert 2013, S. 8).

Referências

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