CAPÍTULO I MACHADO DE ASSIS CRONISTA DA GAZETA DE NOTÍCIAS E O
1.2 A crônica: gênero literário e testemunho histórico
1.3.2 O narrador ególatra e o interesse privado
Ansätze für die Messung von Gesundheitskompetenz in der Europäischen Region der WHO werden anhand von Fallstudien veranschaulicht.
2.1 Allgemeine Merkmale der Studien
Wie es bei einem neuen und sich entwickelnden Politik- und Praxisbereich wohl zu erwarten war, wurden in diesem Bericht keine öffentlich zugänglichen Evaluationen nationaler oder subnationaler Handlungskonzepte für Gesundheitskompetenz und nur wenige Evaluationen nationaler Programme ermittelt. Einige der ermittelten Studien wurden in mehr als einem Umfeld bzw. auf mehr als einer gesellschaftlichen Ebene durchgeführt. Ein Problem besteht darin, dass die Definitionen und Rahmenkonzepte für Gesundheitskompetenz sowohl in Bezug auf ihren Geltungsbereich als auch hinsichtlich der verwendeten Begrifflichkeiten sehr unterschiedlich sind. Die Behandlung dieser Frage würde den Rahmen des vorliegenden Berichts sprengen, doch wird in Anhang 2 ein Überblick über einschlägige Konzepte gegeben.
2.1.1 Messebenen
Die meisten Studien (n = 67) wurden auf kommunaler Ebene durchgeführt, wobei die Messungen an einem Standort oder an mehreren Standorten in einer Stadt oder Ortschaft vorgenommen wurden. Vier Studien wurden auf subnationaler Ebene unter Einbeziehung mehrerer Städte/Ortschaften, jedoch innerhalb eines einzelnen Bundesstaats, Gebiets oder Bezirks durchgeführt (33, 57–59). Auf nationaler Ebene wurden neun Studien vorgenommen, darunter Evaluationen von nationalen Regierungsprogrammen oder von Forschungsprojekten, die auf nationaler Ebene über mehrere Bundesstaaten, Gebiete oder Bezirke hinweg realisiert wurden (34–38, 60–63). Nur eine Studie war auf internationaler Ebene angesiedelt und diente der Messung der Wirkung einer Online-Intervention in mehreren Ländern (64).
2.1.2 Umfelder
Die Studien wurden überwiegend in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (n = 44) und des Bildungswesens (Schulen, Hochschulen und Erwachsenenbildungszentren;
n = 43), einige wenige am Arbeitsplatz (n = 8), im Gemeinde- (Lebens-)Umfeld (n = 18) und in digitalen/Medienumfeldern (n = 10) durchgeführt. 33 Studien befassten sich mit dem Aufbau und der Messung von Gesundheitskompetenz in zwei oder mehreren dieser Umfelder.
2.1.3 Gesellschaftliche Ebene
Nahezu alle Studien in diesem Bericht (n = 79) betrafen Gesundheitskompetenz auf individueller Ebene. Acht Studien befassten sich mit gemeinschaftlicher Gesundheitskompetenz („gemeinschaftlich“ bezieht sich in diesem Bericht auf Studien, bei denen die persönliche Gesundheitskompetenz einer bestimmten Bevölkerungs- oder Zielgruppe gemessen wurde (35, 36, 39–42, 65, 66). In fünf Studien ging es um Gesundheitskompetenz auf organisationaler Ebene (33, 36, 43, 44, 67), etwa um Verbesserungen des organisationalen Umfelds oder Verbesserungen hinsichtlich der Qualifikationen des Gesundheitspersonals. Nur eine Studie war der Gesundheitskompetenz auf systemischer bzw. gesetzgeberischer Ebene gewidmet (38); evaluiert wurde dabei eine nationale Partnerschaft für Gesundheitskompetenz mit dem Ziel, die Funktionen und Wirksamkeit der Partnerschaft bei der Regelung der Umsetzung und Überwachung der nationalen Gesundheitskompetenz-Ziele zu bestimmen.
2.1.4 Themen der Gesundheitskompetenz
In einer Vielzahl von Studien wurden die persönliche Gesundheitskompetenz im Allgemeinen (n = 30) und die psychische Gesundheitskompetenz (n = 28),
einschließlich spezifischer psychischer Erkrankungen, behandelt und gemessen.
Darüber hinaus wurde in einer Reihe von Studien krankheits- oder themenspezifische Gesundheitskompetenz thematisiert und bewertet, darunter Kompetenz in Bezug auf digitale Gesundheit (n = 5), chronische Krankheiten (und Risikofaktoren; n = 6), Ernährung (n = 2), Diabetes (n = 3), Tabakwerbung und Förderung des Rauchens (n = 1), Krebs (n = 1), medikamentöse Behandlung (n = 4), sexuelle Gesundheit (n = 2), Klimawandel/umweltbezogener Gesundheitsschutz (n = 3), Augengesundheit (n = 1), Mundgesundheit (n = 2) und Malaria (n = 1).
2.2 Evaluationsrahmen und Logikmodelle
Im Rahmen dieser Bestandsaufnahme wurden keine internationalen, nationalen oder subnationalen Rahmenkonzepte für die Evaluation von Gesundheitskompetenz identifiziert, und es gab nur begrenzte Hinweise auf die Verwendung von Evaluationsrahmen. In einigen Studien wurden Forschungsprojekte oder Programme unter Verwendung einschlägig bekannter konzeptioneller Modelle oder Rahmen für Gesundheitskompetenz evaluiert (11, 16, 45). In drei Studien wurden als Orientierung für die Durchführung und Evaluation programmspezifische Logikmodelle oder auf der Theorie des Wandels beruhende Rahmenkonzepte erarbeitet (35, 43, 44).
2.2.1 Konzeptionelle Modelle oder Rahmen für Gesundheitskompetenz Das integrierte Modell der Gesundheitskompetenz nach Sørensen et al. (11) kombiniert klinische und Public-Health-Perspektiven von Gesundheitskompetenz. Es stellt Gesundheitskompetenz als einen Prozess der Befähigung zu selbstbestimmtem Handeln dar und betont den Einfluss sozialer und situativer Determinanten auf die Gesundheitskompetenz. Zudem untermauert es das Konzept der Gesundheitskompetenz als Spektrum der Kenntnisse und Fähigkeiten, die über ein Kontinuum hinweg – von der Gesundheitsversorgung (individuelle Ebene) bis zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung (Bevölkerungsebene) – benötigt werden, wofür Maßnahmen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen erforderlich sind. Demnach umfasst das Gesundheitskontinuum drei Aktionsbereiche: i) die Gesundheitsversorgung, ii) die Krankheitsprävention und iii) die Gesundheitsförderung. Es sind vier Arten von Kompetenz (Fähigkeitsbereiche) zu unterscheiden: i) Findung bzw. Erschließung gesundheitsrelevanter Informationen;
ii) Verstehen gesundheitsrelevanter Informationen; iii) Verarbeitung und Beurteilung gesundheitsrelevanter Informationen, um zu entscheiden, was relevant ist; und iv) Anwendung gesundheitsrelevanter Informationen, um zu kommunizieren und Entscheidungen zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit zu treffen. Aus der Kombination von Aktions- und Kompetenzbereichen ergibt sich eine Matrix mit 12
Feldern. Das Modell beschreibt auch einige mit Gesundheitskompetenz verbundene Resultate, darunter Nutzung von Gesundheitsangeboten, Gesundheitskosten, Gesundheitsverhalten, gesundheitliche Resultate, Partizipation, Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Nachhaltigkeit.
Das Stufenmodell von Nutbeam stellt Gesundheitskompetenz als Aktivposten für persönliche Selbstbestimmung und umfassenderen sozialen Wandel dar (16). Es beschreibt drei Stufen oder Bereiche von Gesundheitskompetenz: i) funktionale Gesundheitskompetenz, die sich auf die zur effektiven Bewältigung von Alltagssituationen erforderlichen Lese- und Schreibfähigkeiten bezieht; ii) interaktive Gesundheitskompetenz, welche die für eine aktive Beteiligung am Alltagsleben erforderlichen fortgeschrittenen kognitiven und schriftsprachlichen Fähigkeiten sowie sozialen Fähigkeiten umfasst; und iii) kritische Gesundheitskompetenz, wozu die fortgeschrittenen kognitiven und sozialen Fähigkeiten zählen, die für die kritische Analyse von Informationen und die Nutzung dieser Informationen im Hinblick auf mehr Kontrolle über Lebensereignisse und -situationen benötigt werden.
Interaktive Gesundheitskompetenz bedeutet auch, Gesundheitsinformationen zu erschließen, den Sinn verschiedener Kommunikationsformen zu erfassen und diese Informationen unter verschiedenen und sich ändernden Umständen anzuwenden.
Der Rahmen für umweltbezogene Gesundheitskompetenz beschreibt drei Dimensionen umweltbezogener Gesundheitskompetenz: i) Bewusstsein und Wissen, ii) Fähigkeiten und Selbstwirksamkeit und iii) (Maßnahmen für) gesellschaftlichen Wandel (45). Er wurde für die Bewertung von vier Gemeinden in Arizona (USA) mit bekannten gesundheitsbelastenden Umweltfaktoren herangezogen (45).
2.2.2 Evaluation auf der Grundlage von Logikmodellen oder Modellen im Sinne der Theorie des Wandels
In drei Studien – einer über ein nationales Programm im Vereinigten Königreich (35) und zweien über kommunale Projekte in Australien (43, 44) – wurden als Orientierung für die Durchführung und Evaluation programmspezifische Logikmodelle oder auf der Theorie des Wandels basierende Rahmenkonzepte erarbeitet. Logikmodelle und Theorien des Wandels helfen bei der Evaluation der Durchführung und der Resultate von Programmen insofern, als sie die Annahmen und Zusammenhänge zwischen den Inputs (d. h. den finanziellen und personellen Ressourcen) und Aktivitäten des Programms und den beabsichtigten Outputs (d. h.
den Produkten oder Leistungen) und Resultaten auf kurze, mittlere und lange Sicht
beschreiben. In jedem Rahmenkonzept wurden Resultate auf individueller und auf Organisations- oder Systemebene dargestellt.
In dem Programm „Skilled for Health“ im Vereinigten Königreich wurde ein auf der Theorie des Wandels basierender Rahmen verwendet, um Resultate auf individueller und auf organisationaler Ebene abzuleiten (35). Die Resultate für Einzelpersonen bestanden in besseren Lebensfertigkeiten, gestärktem Vertrauen, vermehrtem Interesse an Gesundheit, besseren beruflichen Chancen, einer gesünderen Lebensführung und besserer Gesundheit. Für Organisationen ergaben sich eine Verringerung krankheitsbedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz und eine verstärkte Inanspruchnahme von Bildungsprogrammen.
In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde ein Logikmodell verwendet, um eine gemeindenahe präventive Gesundheitsintervention in Australien zu beschreiben (43). Auf individueller Ebene führte das zu verbessertem Wissen und Verständnis, verbesserter Gesundheitskompetenz und verbesserten gesundheitlichen Resultaten. Auch Resultate für Leistungserbringer wurden beschrieben, darunter bessere Bewertungen der Risikofaktoren für Patienten, ein gestiegenes Verständnis der Wirkung von Gesundheitskompetenz auf Patienten, eine bessere Fähigkeit, auf die Gesundheitskompetenz von Patienten einzugehen, und ein besserer Umgang der Patienten mit Risikofaktoren. Als Resultate auf Organisations- oder Systemebene waren bessere Systeme zur Erfassung und Beobachtung von Patienten zu verzeichnen.
Einstellungen und Verhaltensweisen in Bezug auf Gesundheit, die in der Kindheit geprägt werden, beeinflussen die Gesundheitsmuster Erwachsener stark, und in einer australischen Studie wurde ein schulisches Programm zur Förderung der Gesundheitskompetenz untersucht (44). Mithilfe eines Logikmodells wurden Resultate beschrieben, die überwiegend auf Organisations- oder Systemebene zu beobachten waren, unter anderem die Erarbeitung eines Aktionsplans für Gesundheitskompetenz, die Verankerung von Gesundheitskompetenz im Lehrplan, die Verbesserung von Führungsstrukturen, Qualifikationen und Partnerschaften für Gesundheitskompetenz, der Abbau von Kompetenzbarrieren für schwächere Gruppen, die bessere Nutzung von Ressourcen im Bereich Gesundheitskompetenz und die Gestaltung nachhaltiger, dem Bedarf an Gesundheitskompetenz gerecht werdender Schulen. Weitere Resultate, die beschrieben wurden, betrafen schulische Akteure, einschließlich Schülern und Lehrkräften: stärkere Sensibilisierung für Gesundheitskompetenz, gestiegene Gesundheitskompetenz (Fähigkeiten, Wissen und Praktiken) und bessere gesundheitliche Resultate.
2.3 Methoden
2.3.1 Quantitative Methoden
Eine Vielzahl der in diesem Bericht erfassten Studien stützte sich ausschließlich auf quantitative Methoden zur Messung der Gesundheitskompetenz (19, 57–60, 62–103). Dabei wurden überwiegend die Auswirkungen einer Intervention auf die Gesundheitskompetenz bewertet. In nahezu allen quantitativen Studien wurden als Methode der Datenerhebung Umfragen oder Fragebögen eingesetzt, viele davon in Papierform, bei denen die Antworten von den Befragten oder von den Interviewern oder mit deren Hilfe eingetragen wurden, wenngleich es auch einige wenige Online-Umfragen gab, die von den Teilnehmern selbstständig beantwortet wurden.
In quantitativen Studien wurde häufig auf bereits veröffentlichte Instrumente zur Messung von Gesundheitskompetenz, darunter auf Tests und Eigenangaben beruhende Maße (Abschnitte 2.3.5 und 2.3.6), oder in einigen Fällen auf eine kleinere Auswahl von Fragen aus diesen Instrumenten zurückgegriffen. Für einige Studien wurden auch maßgeschneiderte Umfragen oder Fragebögen entwickelt. In diesen Fällen erarbeiteten die Verfasser Fragen zur Messung relevanter individueller Resultate (z. B. Veränderungen hinsichtlich des Wissens, des Verhaltens oder der Fähigkeiten) oder zur Evaluation der Durchführung und der Resultate von Programmen (58, 59, 65, 66, 69, 71, 83–85, 94, 95, 97, 101, 104).
Bei einigen wenigen Studien wurde der Einsatz einer Umfrage oder eines Fragebogens zur Gesundheitskompetenz mit klinischen Maßen (z. B. Body-Mass-Index) (82), Beobachtungs-Checklisten (104) oder Wissens-Checklisten (85) kombiniert.
2.3.2 Qualitative Methoden
Rein qualitative Methoden wurden lediglich in vier Studien verwendet, die sämtlich eine Evaluation zum Gegenstand hatten: zwei kleinere Programme für Gesundheitserziehung in den Vereinigten Staaten (46) und Australien (47), ein nationales Programm für Gesundheitserziehung in Schweden (34) und eine nationale Partnerschaft/Allianz für Gesundheitskompetenz in Österreich (38).
Anhand von eingehenden, halbstrukturierten Interviews wurden die Auswirkungen eines in den Vereinigten Staaten durchgeführten Programms für das Leben nach einer Krebserkrankung auf die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen
und jungen Erwachsenen und auf die Kommunikation zwischen Überlebenden und Leistungserbringern evaluiert (46). Befragt wurden vier Personengruppen:
Krebsüberlebende, Leistungserbringer im Gesundheitswesen, Mitarbeiter von Krankenhausverwaltungen und Fürsprecher von Krebsüberlebenden. In den Interviews wurden nicht nur die Auswirkungen des Programms auf die Gesundheitskompetenz und -kommunikation bewertet, sondern auch die Wahrnehmungen der Teilnehmer im Hinblick darauf erkundet, wie das Programm weitergeführt werden kann, was sie daran besonders schätzten, welche Elemente am wichtigsten waren und welche Faktoren die Teilnahme an Bildungsprogrammen behindern. Die Interviews wurden mit einer kleinen Stichprobe von Teilnehmern in einem auf die jeweilige Gruppe zugeschnittenen Format geführt.
In einer australischen Studie wurde zur Evaluation eines kleinen gemeindenahen Programms für Gesundheitskompetenz mit Fokusgruppen gearbeitet, um zu bestimmen, wie das Design, der Ansatz und die Durchführung bei den Teilnehmern zu mehr Gesundheitskompetenz und Verhaltensänderungen führten (47). Insgesamt 22 Personen und damit fast die Hälfte aller Programmteilnehmer beteiligten sich in vier Fokusgruppen. Die Gespräche in den Fokusgruppen wurden in Form von halbstrukturierten Interviews geführt und unter vier Gesichtspunkten analysiert: Autonomie, Kompetenz und Eingebundenheit (Komponenten der Selbstbestimmungstheorie) sowie Befähigung zu selbstbestimmtem Handeln als gesondertes, jedoch verwandtes Thema.
Im Rahmen einer Studie über ein schwedisches Programm für Gesundheitskompetenz im sexuellen Bereich wurde anhand eingehender, halbstrukturierter Interviews untersucht, wie die Teilnehmerinnen den Inhalt und die Umsetzung des Programms wahrnahmen und ob es ihre sexuelle Gesundheit sowie ihr Verständnis und ihre Fähigkeiten in Bezug auf sexuelle Gesundheit gestärkt hatte (34). Dabei wurde eine Zielstichprobe weiblicher Flüchtlinge aus den drei zu der Zeit größten Sprachgruppen – Arabisch, Dari und Somali – gebildet. Neun von 19 in dieser Schulungsreihe in Frage kommenden Frauen wurden für die Studie befragt. Für die Interviews wurde ein Leitfaden mit vier übergreifenden Themen erarbeitet. Unter dem ersten Thema wurden die Erfahrungen der Teilnehmerinnen mit dem Erhalt von Informationen über sexuelle Gesundheit im Kontext von Lebensumständen, Kultur und Vorerfahrungen erforscht. Die anderen drei Themen betrafen die Bereiche des Gesundheitskompetenzmodells nach Nutbeam (funktional, interaktiv, kritisch), darunter die Wahrnehmungen der Teilnehmerinnen zu Wissen und Einstellungen, Motivation und Überlegungen in Bezug auf sexuelle Gesundheit.
Eine Evaluation der Österreichischen Plattform für Gesundheitskompetenz (ÖPGK) (38) (Fallstudie 1) stützte sich auf Interviews mit wichtigen Auskunftgebern in Verbindung mit Auswertungen und Analysen von Dokumenten sowie Beobachtungen bei Treffen und Partnerschaftsveranstaltungen, um die Strukturen, Funktionen und Lenkungsmechanismen der Partnerschaft zu bewerten und Bereiche mit Verbesserungspotenzial zu identifizieren.
Fallstudie 1: Evaluation der ÖPGK
Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) wurde auf Beschluss der Bundesgesundheitskommission als Lenkungsmechanismus zur Unterstützung der Umsetzung eines der zehn Rahmen-Gesundheitsziele Österreichs eingerichtet: „Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“.
Die ÖPGK besteht aus einer Koordinationsstelle und einem Kern-Team von Experten, unter anderem auch aus Durchführungsorganisationen und Bundesministerien.
Bei einer externen Evaluation der Partnerschaft wurde geprüft, inwieweit die Strukturen und Funktionen der ÖPGK wie geplant aufgebaut wurden und ob die ÖPGK effektiv arbeitet. Dabei sollten auch die Fortschritte bei der Verwirklichung ihrer Ziele und Vorgaben untersucht werden (38).
Bei der Evaluation wurden mehrere qualitative Methoden angewandt und verschiedene an der Plattform beteiligte Akteure einbezogen. Erstens wurden folgende Dokumente analysiert und ausgewertet: Strategiepapiere und Berichte, Sitzungsunterlagen und Jahresberichte, Konferenzdokumentation und die Website. Zweitens wurden eingehende, halbstrukturierte Interviews mit 17 Personen durchgeführt, darunter Vertreter des Kern-Teams (fachliche und operative Experten), der Koordinationsstelle, des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, der ÖPGK-Mitglieder und des Kuratoriums des wichtigsten Geldgebers (Fonds Gesundes Österreich). Schließlich wurden Beobachtungen der Teilnehmer von Tagungen und Konferenzen der ÖPGK eingeholt.
Insgesamt wurden daraus die wichtigsten Stärken und Grenzen der Partnerschaft bei der Erfüllung ihrer Funktionen und Ziele aufgezeigt, ihre wichtigsten Erfolge herausgestellt und Empfehlungen zur künftigen Verbesserung der Plattform abgegeben.
2.3.3 Gemischte Methoden
Ein methodisch gemischter Ansatz wurde in 30 Studien genutzt (33, 35–37, 39–45, 48–56, 61, 104–112), wovon 20 eine Evaluation eines Programms oder einer Intervention beinhalteten (33, 35–37, 39–45, 48–56). Das gängigste Studiendesign bei diesem Ansatz war die Kombination einer quantitativen Umfrage mit halbstrukturierten Interviews (33, 35, 39–43, 46, 49, 50, 54–56, 61, 107). Die quantitative Komponente diente in der Regel dazu, eine formelle Bewertung der Gesundheitskompetenz mithilfe eines öffentlich zugänglichen Instruments zur Messung von Gesundheitskompetenz (siehe Abschnitte 2.3.5 und 2.3.6) oder einer speziell für die Ziele der Studie entwickelten Umfrage vorzunehmen. Die Interviews wurden in der Regel mit einer Stichprobe von Programmteilnehmern geführt, jedoch wurden bei einigen Studien auch andere Akteure eingebunden, die Interesse an der Intervention oder dem Programm hatten oder eine entsprechende Rolle wahrnahmen (z. B. Gesundheitsfachkräfte, Ausbilder).
In fünf Studien wurden quantitative Befragungen zusammen mit Fokusgruppen verwendet (44, 47, 52, 53, 106), und in drei Studien wurden quantitative Befragungen mit Interviews und Fokusgruppen kombiniert (36, 48, 51).
In nahezu allen Studien mit gemischter Methodik wurden die Interviews und Fokusgruppen als Grundlage für eine Prozessevaluation des Programms oder der Intervention genutzt. Dies umfasste etwa eine Bewertung der Zufriedenheit der Teilnehmer mit einem Programm oder einer Intervention (Akzeptanz), die wahrgenommenen Vorteile, Stärken und Grenzen, begünstigende Faktoren und Hindernisse für die Umsetzung sowie die Nachhaltigkeit des Programms (Einzelheiten siehe Abschnitt 2.4.3). Es gab jedoch eine Studie, in der eingehende Interviews geführt wurden, um die kritische Gesundheitskompetenz der Teilnehmer zu erkunden (48), und in einer weiteren Studie wurde mit Photovoice gearbeitet, um die Erfahrungen und Stärken der Teilnehmer im Bereich Gesundheitskompetenz und ihre Vorschläge für Systemverbesserungen zu untersuchen (40) (Fallstudie 2).
Fallstudie 2: Einsatz von Photovoice bei der Evaluation eines Programms zur Gesundheitskompetenz
Photovoice ist eine qualitative, partizipatorische Methode, bei der bestimmte Themen oder Probleme in Kombination mit Fotos beleuchtet werden.
Sie wird angewandt, um marginalisierte Bevölkerungsgruppen sowie kulturell und sprachlich vielfältige Gemeinschaften einzubinden und ihnen
zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen (113). Bei einem Programm für junge südasiatische Männer mit Diabetes in Stoke-on-Trent (Vereinigtes Königreich) wurde Photovoice genutzt, um die Erfahrungen und Stärken der Teilnehmer und ihre Anregungen für Systemverbesserungen im Rahmen einer Evaluation eines kommunalen Programms für Gesundheitskompetenz zu untersuchen (40).
Die Arbeit mit Photovoice bot den Teilnehmer Gelegenheit, ihre Erfahrungen bei der Navigation im Gesundheitssystem zu erkunden und ihnen Ausdruck zu verleihen, ihre individuellen Stärken in Bezug auf Gesundheitskompetenz zu erkennen, die Systemänderungen aufzuzeigen, die erforderlich waren, um sie bei der Bewältigung ihrer Krankheit zu unterstützen, und Politikgestalter und Entscheidungsträger über ihre Realitäten und Erfahrungen beim Leben mit der Krankheit zu informieren und aufzuklären.
Bei einer kleinen Zahl von Studien wurden quantitative mit qualitativen, frei zu beantwortenden Fragen kombiniert (37, 45, 104, 108, 109). Dabei wurde die qualitative Befragung entweder ergänzend zu einer quantitativen Bewertung der Gesundheitskompetenz (d. h. durch frei zu beantwortende Fragen) oder zur Bewertung der Erfahrungen und Zufriedenheit der Teilnehmer im Rahmen einer Prozessevaluation einer Intervention oder eines Programms verwendet. In einer Studie zur digitalen Gesundheitskompetenz wurde eine Befragung mit frei zu beantwortenden Fragen durchgeführt, um Gesundheitskompetenz qualitativ zu untersuchen und zu bewerten (108).
Weitere qualitative Methoden, die im Rahmen eines methodisch gemischten Ansatzes angewandt wurden, waren Beobachtungen (gestützt auf Aufzeichnungen von Teilnehmern und Forschern) (40, 105), Auswertungen von Dokumenten (Prüfungen von Sitzungsprotokollen und Projektunterlagen) (39–41, 112), Fallstudien (35), Veranstaltungen und Workshops im Rahmen von Lernnetzwerken (33, 44) und Feedback-Gespräche (111). Wie bereits erwähnt, dienten diese Methoden in der Regel als Grundlage für eine Prozessevaluation von Programmen und Maßnahmen.
Weitere quantitative Methoden, auf die im Rahmen eines methodisch gemischten Ansatzes zurückgegriffen wurde, waren eine Checkliste zur Selbstbewertung einer Organisation, mit der Veränderungen bei der Bedarfsgerechtigkeit von
Fallstudie 2: Einsatz von Photovoice bei der Evaluation eines Programms zur Gesundheitskompetenz (Forts.)
Schulen in Bezug auf Gesundheitskompetenz vor und nach der Durchführung eines gesamtschulischen Programms festgestellt werden sollten (Abschnitt 2.3.6) (44), und ein Selbstbewertungs-Instrument zur Erfassung von Änderungen im Gesundheitsverhalten und bei den Lernergebnissen (35).
2.3.4 Ökonomische Evaluationsmethoden
In vier Studien wurde über die Durchführung einer Art wirtschaftlicher oder finanzieller Analyse im Rahmen einer globalen Evaluation eines Programms oder einer Intervention berichtet. In einer Studie, die ein schulisches Bildungsprogramm im Vereinigten Königreich betraf, wurde eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen.
Dabei wurden auf der Basis von Änderungen der Messwerte vor und nach der Durchführung die Kosten pro Einheitsänderung bei den Resultaten zur Gesundheits- und Ernährungskompetenz geschätzt (105). Die Evaluation eines groß angelegten nationalen Programms in Deutschland (Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland (MiMi)) wird jährlich vorgenommen und beinhaltet eine Kosten-Wirksamkeits-Analyse mit quantitativen und qualitativen Methoden zur Feststellung der Effizienz und Effektivität des Programms; zu den Modalitäten dieser Analyse wurden jedoch keine detaillierten Angaben gemacht (36).
Im Rahmen eines Programms zur Prävention chronischer Krankheiten in Australien wurden die Wirkungen und Resultate einer durch mobile Geräte unterstützten präventiven Intervention in der primären Gesundheitsversorgung evaluiert und Änderungen in Bezug auf Gesundheitskompetenz, Verhaltensergebnisse und klinische Ergebnisse bewertet (43). Bestandteil des Studienprotokolls war eine ökonomische Evaluation, bei der die Gesamtkosten für die Einrichtung und Durchführung der Intervention ermittelt und die Kosten für die Erbringung klinischer Leistungen im Vergleich zu den Kosten für die Überweisung an gemeindenahe Programme und die Inanspruchnahme solcher Programme geschätzt wurden (43). Für die Kostenbewertung wurden Daten von öffentlichen Krankenversicherungen und Krankenhäusern miteinander verknüpft.
Bei einer chinesischen Studie, in der es um eine digitale Intervention zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz durch Übermittlung von Informationen zur gesundheitlichen Aufklärung per SMS ging, wurde eine Kosten-Wirksamkeits-Analyse durchgeführt (99). Zur Berechnung der Kostenwirksamkeit wurden die beim Versenden der Nachrichten anfallenden Kosten in Beziehung gesetzt zur Wirksamkeit der Intervention in Bezug auf Gesundheitskompetenz, die mit dem Test of Functional Health Literacy in Adults gemessen wurde (114).
2.3.5 Instrumente zur Messung von Gesundheitskompetenz: persönliche Gesundheitskompetenz
Die persönliche Gesundheitskompetenz bzw. Gesundheitskompetenz der Bevölkerung wird aus einer langjährigen Tradition heraus gemessen und tendenziell nach verschiedenen Aspekten persönlicher Gesundheitskompetenz (z. B. psychische Gesundheitskompetenz) differenziert. Demgegenüber liegen zu organisationaler Gesundheitskompetenz (Bedarfsgerechtigkeit) bzw. gesundheitskompetenten Organisationen (der Gesundheitsversorgung) weniger Studien vor (Abschnitt 2.3.6).
In den in diesen Bericht aufgenommenen Studien wurden 58 Instrumente für die Messung der persönlichen Gesundheitskompetenz herangezogen, darunter 31 öffentlich zugängliche (ihre Merkmale sind in Anhang 3 aufgelistet) und 27 speziell auf die Studie zugeschnittene Instrumente. Viele der in den Studien verwendeten publizierten Instrumente messen die persönliche Gesundheitskompetenz allgemein
In den in diesen Bericht aufgenommenen Studien wurden 58 Instrumente für die Messung der persönlichen Gesundheitskompetenz herangezogen, darunter 31 öffentlich zugängliche (ihre Merkmale sind in Anhang 3 aufgelistet) und 27 speziell auf die Studie zugeschnittene Instrumente. Viele der in den Studien verwendeten publizierten Instrumente messen die persönliche Gesundheitskompetenz allgemein