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Das Bekennen im N. T.

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Academic year: 2021

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Sefcnnen fm S.

%.

3He 'Jroge rtad) iljrem (Erfenntnig ift ber $irdje 5efu Sfyrifti in

ber ©egenioart 311g (eid) mit ifyrer ©elbftbefinnuug auf il)r ©ein, b. I).

il)r i2öefen unb il)re (gjiftenj, unb iijreit Auftrag in ber -iDeit im ©e=

Ijorfam gegen ti)ren alleinigen fjerrn itt neuer 3>ringlid)feit gef teilt. S ei ber S eantoortung biefer Jrag e fann bie Mrd)e, bie Dom §ören auf bag <2Bort (Sottet lebt, nidjit abfe^en bon if>rer ©efd>icf)te mit unb)

unter biefem <2Bort, in ber fie fidfj je unb je bie SCOafjrljeit beg

(Ebangeliumg neu aneignete unb 'bamit ber ©efafyr, if>r ©ein an bie ‘Zöelt 3U berlieren, begegnete, toenn fie nidjit bie ‘öerfyeifjung beg £jei=

ligen ©eifteg an bie burdf) bie ©efdjidjiie toanbernbe $ird)e unb iljre eigene ©efd>id}tlicf>ieit in ber gegenwärtigen © eneration leugnen tcill. ©ie M rdje toirb alfo angefid)tg ber 5 rla9e nad)i bern redeten firdjlidjen

Sefennen bie ©rfenntniffe unb ‘Sefenntniffe, bie it)r in ifjrer ©efd>id)te unb im SBefenntnigfampf iE)rer jüngften ‘©ergangenfyeit gefdjienft loor= ben finb, banfbar üufneijmen, ofjne babei ben gefd>id)tlid)en C£i)arafier jebeg Sefenntniffeg 3U bergeffen, bag auf beftimmte aug ber fonfreien

S ituation ertoad>fenen fra g e n '^Inttoort 3U geben fyxt unb in eine

beftimmte gcfd^id^tlicfje ©tunbe f)ineingefagt ift.

®ie Mrd>e — „bie lebenbige ©emeinbe beg lebenbigen fjerrn (Efyriftug“ (ft. i3artl)J, toirb iljr gefdjidEjtlidjeg Sefenntnig immer neu prüfen muffen im geijorfamen Qören auf bag ‘SÖort (öotteg, tone eg ung bie fjeilige (SdEjrift be3eugt. '3llle Sefenntniffe, bie im iiaufe ber

©efd)id)te bon ber ftird>e gebilbet toorben finb, muffen fiel) iljrem Snfjalt nad> ausroeifen oor bem 3 ,eugnig ber <23ibel. SEÖeber bürfen toir ung bamit begnügen bie überfommenen Sefenntniffe ber Mrdje einfacf)i 3U tineberfyolen, nod) and) auf bag 33efennen unfereg ©laubeng

ber3id)ten, benn (2lpoI. IV 384) „fein © laube ift feft, ber fidj nidjt

im Sefenntnig 3eigt.“ 'Qtlg lebenbige ©lieber befenntniggebunbener

ftirdje aber, alg Sürtber, bie an bie Vergebung in gefug GfjriftuS glauben, fann biefeg gören unb Sefennen immer nur gefcfjeljen in ber ©emeinfdjaft mit ben T ätern unb im Offenfein für ba'g ©efprad) mit ben ‘Srübern ber fttrdje. Unb toenn bie S rüber unb sypoftel ber urdjriftlicljen ©emeinben alle, bon ‘pau lug big 3»afobug in ber silb=

toeljr ber jubaiftifcfyen unb gnoftifdjen ©efaljreit über itnterfdj'iebe unb ©egenfä^e fid; bie Qanb reichten unb iEjre ©emeinfdjaft in bem §errrt aufrecht 3U ermatten tourten, fo gilt audji Ijeute in ber ebangelifdjien

ftirdje bag ©ebot unb ber cZöitte 3ur ©infjeit im ©eifte unb 3um

flegenfeitigen Sragen in ber Siebe.

Söon biefem „Ort“ t^eologifd&er unb firdjlidjer Serantoortlidfifeit, Uioflen ioir berfud>en ftiarfyeit 3U gewinnen, in loeId)em S in n bovn

SBefenntnig im 3X. S . bie ^Rebe ift.

^Befenntnig (f>omoIogia), Sefennen ((er)i>omofogein) ift ‘ilugbrucf ber ©iaubengerfenntnig ber urd>rift(id>en iitrd)c in feiner neuteftament= lid^en JJüHe unb ^Kannigfaltigfeit, ift alleg, toorin fiel) ber © laube an ©ott in feiner in 3efug C£f>riftug gefd)el)enen Offenbarung äußert unb biefe feine fyanbelnbe c2Xi irflicij.feit am <2Ttenfd>en anerfennt: s2l,lg

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betenber C o b p r e i ê ©otteâ in Ootteê&ienft unb 12t&cnbma^fêliturgie, alê © l a u b e n ê a u ê f a g e ber ©laubigen unb miffionarifdjeê 3eug= nié bot' <22tenfd)en unb bor ber d>riftu3feinb lichen ’îôelt. ©er bori)err= fdjenbe Sinn beê Sprachgebrauches im ït. S. i|t nid)t ber tecfmifcije, ben baë SSDorffc (,33efenntnié“ für unë tncifijin fyat, berbunben mit

einem ftarf boftrinären Seif lang (ettoa tote SU.ct-a 23, 8: bie 43f)ari= fcier befennen, baß eg eine îtuferftehung gibt).

gunädjft toerben fjomoiogein eingefte^en, frei ^erauêfagen unb entfprechenb Fjomoiogia im S2X. S . born 3Ttenfd)en atö beut Subjeft bes Sefennenë gebraucht im S inne: bie Sünben befennen. Schon bie £5of)onneêtaufe faunte ein Sünbenbefenntrtiè (3Itf. 1, 5). ©ie erfte (£l)riftenf)eit befielt biefen S raudj bei unb erweiterte iljtt. — © aê Sünbenbefennen bor ’3Itenfd)ert muß tourjeln im Sünbenbefen= neu bor ©ott. 3m 1. yof). Reifet tê: „S o toir unfere Sünben be=

fennen, fo ift er treu unb gerecht, baß er un§ bie Sünben »ergibt unb reinigt unê bon aller ltntugenb; unb 3af. 5, 16: Sefenne einer bem anbern feine Sünbe unb betet füreinanber“ (auch ‘îleta 19, 18).

3m 'îlnfdjilufs an biefen Sprachgebrauch unb im 3 ufammenf)ang

mit ihm umfaßt ber begriff (ej)^omologein entfpredjenb bem ctltbib= lifchen E)obaf) = greifen (;jef. 1 2, 1) unb ben ‘îtam ert ^ a ’htoeê (ober

bie Sünbe) reuig befennen, bie Sebeutung g r e i f e n im Sinne freg anbetenben Cobprdfeë ©otteê : © ott groß, ich gering, ftein, untoür» big. ,§ebr. 13, 5: ßaffet unê burdji il)n (3efu3) allezeit ba§ £ o b = ß t» f e r 3U ©ott bringen, nämlich ^ ru d jt ber Sippen, bie feinen Flamen

befennen, unb ‘Köm. 14, 11 zitiert bie ‘îDorte gef. 45, 23: S o toafjr

alê idj lebe, fpridjt ber fjerr, mir folien alle ft'nie gebeugt toerben unb alle Hungen folien © ott befennen, ober auf (Sfjriftuê bejogem, toie in bem (Èfyriftuêljtymnuê s^3i)il. 2: s2llle 3 ungen folien befennen,

bajj 3efu3 (£l)riftuê ber §err fei ju r (Ehre beë Saterâ.

S o n biefer inhaltlichen Seftimmtljeit (yer ift ber fpe3tfifd> neu»

teftamentlidje ©«brauch bon Sefennen aI3 ber © laubenèauêfage ber ©laubigen 3U erflären, in beren ïïtittelpunft baé Sefenntnig

fteF>t: ftprtoä <X£)riftoë, ^efttä (S^riftuS ber £>err, ber Sotjn ©otteê, bal fleifchgetoorbene ïD ort, ber ©efreu3igte unb ^tuferf tan bene für

unfere Sünben nad> ber Sd>rift (1. Sior. 15).

©ieê ift baâ rettenbe Sefenntntê, baê bon Qet*3en geglaubt unb

mit bem îîlunbe befannt toirb, benn „fo bu mit beinem îïïunbe be= fennft Refilé, baß er ber fjerr fei unb glaubft in beinem gierten, bajjj ihn ©ott bon ben Soten aufertoedt hat, fo toirft bu gerettet (îlôm .

1 0, 9. 10), unb „toer ben Sohn befennt, ber hat auch ben Söater“

(1. $iob. 2, 23).

s2lfê folche © laubenâauêfage ber © laubigen berliert baê Sefenntniê

alle S tarrh eit; eê ift ein anbetenb hnlbigenber îlft biê i)tn 3um l2Zlar*

tprium. ‘ilnbererfeitè 3eigen biefe Stellen, bafj baê S e fernten einen

beîtimmten 3nhalt hat. S ein t2BortIaut toirb in biefem ted)rüfd}en S in n auëfchlie&lich bon bem Sefenntnié 3U bem lebenbtgen ©ott unb 3U

Œhriftuê gebraucht, int Unterfchieb bon Vertretern anberer 'Religionen unb aufterchriftlicher ©emeinfdjiaften.

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©er gemeinfame ©laubengbefit} ber urchriftlichen ©emeinbett ift borhanben, längft efje er in einem feften Vefenntnig formuliert War, unb bag formulierte Vefenntnig bringt if)n nie erfdjiöpfenb jum s2tugbrucf. ©ag fehen toir fcFjion an bem Vefemttnig, bag alg <2öur3el unb ‘Sititte alleg rf)riftlici)en Vefenneng bezeichnet toerben fann, bem Vefenntnig beg Vetrug bei (Eefaraea ^i^ilippt: ©u bift ber Gljriftug! (Eg ift bag entfd;eibenbe Vefenntnig 3U feinem 'llntt unb feiner iöürbe, ber in bie (Entfcheibung geftellten jünger. 31lattf)äu0 fügt inhaltlich gleich- bebeutenb hw3u: „©er Sohn beg lebenbigen (Sottet.“ ©iefer 3 uf<Mj (mag er ursprünglich fein ober nicht) tbill ben Snhalt 3u 3 eful all bem (Ehriftuä unb feiner gefd)td)tlid)en Senbung berbeutlid>en int l3ln= fch-lu& an fpätjübifche Vorftellung, ba& ber '31lef)ia^ göttlichen Urfprungg fein toerbe, ein Vote aug ber [)iuunlifchen V3eit. 'über baß (thriftug mehr ift alg ein iltenfd), ift rein natürlichertoeife — brtrd) ijietfd) unb Vlut —, ohne befonbere Offenbarung beg „ Vaterg im ijimmel“ nicht 3U erfennen unb 3U glauben. Glicht aug bem ©aliläer Simon, auch nid)t aug bem Sdjüler yefu ftammt biefeg Vefenntnig, ja fein <2Ifcenfch fann öon fid) aus fo befennen. ©iefeg Vefenntnig 3U 3 efug ift feineg Vaters <2öirfung unb ©abe. Viblifcheg Vefennen führt ben 32lenfchen aug ber ©urchfd)nittgte>elt bon ^leifch unb V lut heraug. ^Tiemanb fann aug eigener Vernunft noch, Kraft an gefug (Ehnftug glauben ober ihn feinen Qerrn nennen, fonbern nur burcf) ben ^eiligen ©eift ©otteg.

--V3enn fpcitcr berfelbe ^petruö in feiner Vfingftprebigt bem Volf ju« ruft, baft ©ott „ ... biefen gefuä, ben ihr gefreu3tgt habt, 3U einem Qerrrt unb (S^riftug gemacht hat“, fo ift ber Srt3alt beg llrbefenntniffeg fd)on reicher entfaltet: ©.ag i)eiiggefd)id)tliche (Ereignig bon Karfreitag unb Oftern Wirb in bag d>riftiid)ie Vefenntnig mit aufgenontmen (ilcta 2, 36). — ©iefer Snhalt beg urd;riftlid)en Vefenntniffeg ift in feinem <2Defeuggehalt ibentifch mit bem Snhalt' beg urchriftlichen ftet'hgmag, ber Verfünbigung, tu eiche bie Offenbarung ©otteg in (Shrtftug 3um ©egenftanb hat- (thriftugereignig ift bag gentralthema beg ur= d^riftlichen ©enfeng unb Vefenneng, nichit ber ©otteggebanfe unb bolI= enbg nicl>t bie (SIflefiologie (bgl. S. Stauffer, bie Sheologie beg sTt. S.). Hrd^riftlicheg Vefenntnig ift in feinem Kern eine (Eonfeffio 3U (ihriftug alg bem §errfd>er, ift bie Verengung ber §errfd>aft yefu (E[)ri)"ti, beg ©efreu3igten unb 'iluferftanbenen, üue fie im "2. ilrtifel 3um ^lugbrucf fommt. ©amit ift bag Vefenntnig 3U ©ott bem Schöpfer nicht aug= gefchloffen, fonbern bie fjerrlichfeit uttb s2llleinherrfd>aft beg (Einen ©otteg fommt burd). bag (Ehriftugereignig erft boll 3ur Offenbarung unb ©urchfet^ung. ^Konotheiftifche Vefenntnigformeln bon (Einen, sillleinigen unb wahren ©ott, bie früh aug bem ftjnagogäien in ben firchlichen ©ebrauch übergegangen finb, finben ioir häufig im '2t. S. ©iefen ©lauben an ©ott, ben Vater unb Schöpfer, teilt bie Hrfirche mit bem 3eitgenöffifdf)en yubentum. s2lber bafj biefer ©ott, ber bie c333elt erfchaffen hat unb fie erhält, ber Vater 3efu (Sfjrifti fei, greni3t fie fcharf bon ber jübifd>en ©ottegborfteilung ab. ©ag unterfchieibenbe ‘JKerfmal chriftlid)en ©laubeng ift allein bag Vefenntnig 3U Shriftug getoefen. (©ie d)ri)tologifd;en Formeln finb im <2T. S. fo reichlich bertreten, baß fie bie Summe aller anberen ©laubengformeln 3ah-len=

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mäßig toeit übertreffen). süud) ber ©taube an bat ^Balten über» natürlicher ©eiftetmätfjte war fjuben wie Reiben feiner 3 eit gemein: ’über baf;. ©ottet ©eift unb nidjt eine bämonifcfye ‘Sltadjjt im SÖtenfdjen toirft, toar für “ipauiug allein öerbürgt bvirci) bat Vefenntnit 3U gefut a lt bem Kl^riot: <3Xiemanb iann gefut einen gerrn nennen ofjne burd) ben '^eiligen ©eift. 3>er ^eilige ©eift bezeugt bie ‘©aprfjeit, bie rettenbe <2öai)r^eit. 3>ie © ottegtoa^rEjeit aber, bie bsr ^eilige ©eift u nt bezeugt unb erfcfyließt, Reifet: pefut fifyriftut. ;jeber ©eift, ber befennt, baß gefiig fifyriftut int ijieifd) gefommen ift, ift bon ©ott. —

'3>at „Vefenntnit“ int it. S. ift, fo fagten Wir, ganz allgemein jeher 'üutbrud bet ©[aubeng im ©ünbenbefenntnit, im ßobpreit ©ot= tet, überhaupt im ©ebet Wie bie 'Anrufung yefu a lt Ktyriot. 'über ber ‘Reichtum vtrdjrtft ticf)en Vefennent crfd)öpft fid) nid>t im Ve= fenntnit mit bem ütunbe, im ‘JOortbefermtnit, fonbern umfaßt bie ganze ßebentfyaitung ber ©laubigen. tlrd).riftiid;e» Vefennen ift ialleS anbere a lt ein genau formuliertet Sagen, yebet ecfjte Vefenntnit fetjt im iltenfcben ein inneret ©efcfyefyen bor aut toie bamalt in Vetrut. ©er ©adfjiberfja.lt bet Vefenntniffet muß mög= lidfift 3urüdbe3Dgen werben auf ben süift bet Vefennent, and) bie Urfprungtfituation bet beiennenben Verfyaltent in ifyrer ganzen iitne» reit Vewegtfyeit, a u t ber bat objeftibe Vefenntnit ftammt. fit ge= nügt nid)t ein bevftanbtmäßiget, trabitionellet unb routiniertet 9ten* nen bet ©ottet= ober fifyriftutnament; bat ganze ©ein bet iltenfd>en ift in bem beiennenben ‘üugenblicf ereignitfyaft mit erfaßt. 3m realen ©laubentaifgenblid fetjt etwat Itnabieitbaret, außer allem gufammen* ftang ein unb gibt bem edjten Vefennen feine $öaf)rfyeit, Kraft unb ‘iöeilje. ©0 gefdjjieljt bat Vefenntnit zu filjriftut in perföniid)er 'üb= fage an bie teuflifdjie Verführung, bie bon ber V3eÜ fomntt, in ber Sreue 3um fibangelium unb 3ur ©emeinbe fifjrifti, bie bereit ift 3um Opfer, 3um ‘ßtarttyrium. ©0 fcfjließt bat Vefenntnit bor unb an ©ott bod> 3ugieid) ein Vefennen „bor ben ‘SZtenfdfjen“ unb bamit ein 3eugnit bon ©ottet Offenbarung in fiijäftut ein. 3)at fetzte Urteil ber fitoigfeit über bie jünger 3 efu Wirb abpngen bon ifyrern rechten Vefennen bor ben ‘2ZtenfdE)en, im miffionarifdSjen 3eugnit. (iltattf). 10, 32!). 3>at Vefenntnit ift alfo eine Sat bet bon fiijriftut ergriffe» nen ^Itenfcljen, bie ein fid)0 ber Verfünbigung ‘ift. gefut ift ber *2Heffiat unb §>err ift fifjriftut — beibe 'üutfagett bilben int "It. S. ben wefentlicfyen ©efyalt fotooE)! ber Verfünbigung bor jjuben unb Reiben, a lt audEj bet juben= unb i)eibend>rift[td>en Hrbefenntniffet (2. Kor. 4, 5: 1. Kor. 12, 13; «Röm. 10, 9 unb V&ü. 2, 11). 3>at SBefenntnit ift nottoenbig ein ga:n3 perfßntid^et, bat ber fisc h te , überführt bon ber iDa^r^eit ber Verfünbtgung, tioil3ief)t. 3)er „Ori“ foidjert Vefennent ift bie ©emeinbe. iltit feinem Vefenntnit gliebert fic& ber fiin3etne ber ©etheinbe 3efu ein. fit gefd>ief)t im unb 3um fiinflang mit ber Kird^e unb ift ganz perfön(td) unb ürdjltd) 3ugteid), süutbrud unb Vollzug ber ©emeinfefjaft unb fiinfjett im Siauben an benfelben germ .

Veibe güge begegnen u n t in i^rer (Einheit, too bat Vefenntnit in biefem ©inn feinen erften ,,©i^ im lieben“ £>at: bei bem fiintritt in bie

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©emeinbe, irt ber Saufprajit. 3>at Saufbefenutnit faßt bic erfannte tB3'aí)rf)eit bet Kertygmat, 3U ber ber Sâufling befefjri ift, fur3 3,ufammen. Sefut ift ber (Ehriftut, yefut ift ber §err! SHefer Veïenntnitformel ent» fí?ridf)t bat Untertauchen unter Anrufen bet Ktyriotnament : 3>ie „Saufe auf ben kanten bet gerrn giefut“ ^PS- 8, 16. (St ift bat 2>efennt= nit ber ©emeinbe, bat ber (Ei^elne nun feinerfeitt frei betennt. SHefe ïï>rioiogifd^e Saufformei tourbe fpäter 3U trinitatifdjer üutgeftaltung erweitert, a u t ber bic triabifd>en Vefenntnitformeln ber fpäteren (Ere- bot erwad)fen finb. über nicftt nur beim Saufritual iyat bat Ve=

fenntnit feinen 'Ptatj, fonbern überhaupt in ben regelmäßigen ©e= meinbegottetbienften. Von Anfang an fyat bat (Erebo feine fefte

©teile innerhalb bet V3ortgottetbienftet, Wie bor allem in ber 'ilbcnö= ma^ltliturgie. gier bringt bie ©emeinbe im Vefenntnit bie in ber Vrebigt empfangene, bom ©tauben ergriffene V3af)r[)eit auf einen mehr ober weniger feftgeprägten, formelhaften üutbrurf. 3>ie Liturgie wie» berunt bat bogmatifchen Snhalt unb ift bon bielerlei ©laubentformeln burchfet^t. (1. Kor. 16, 22). Viele Vefenntniffe haben l)t)tnnifd)en, biele Qtjmnen befenntnithaften (Síj-arafter.

©tat Vefenntnit ift alfo eine ßufammenfaffuttg, gleid)fant ein Kompenbiunt ber Verfünbigung unb bet ©laubent. 3>ie ©emeinbe toirb fid) in fold>em Vefenntnit ber iijr erfdjloffenen unb anbertrauten S23aF»r5eit unb itérer ©emeinfcpaft in biefer V3afjrf)ett bewußt, ohne bie bie Kirche nicbt Ktrcbe wäre. s2lud> bie ©emeinbcprebigt inüpft gern an feftgeprägtet ©laubentgut an, unb macht et 3ur normatiben ©runblage ihrer f)oniileti[d)cn l5lutfül>rungen (Sit. 1. 9; Sie m. 1, 1). Um biefet Veienntnit fammelt fid). auch ber planmäßige theoiogifd)e Unterricht ber Katechumenen, ber ben (Einbrurf ber îîtiffiontprebigt be= feftigt unb bertieft, burd> (Einführung in bat d)rifto3entrifd>e Ver= ftänbnit bet S. unb bor allem ber ©efchidfjte £yefu unb feinet (Erbenweget. (©tauffer).

S)at Vefenntnit, bat (Ehriften unb ilidjtcfirtften boneinanber fdjieb, erwiet fd>on im Urd>riftentum feine Kraft barin, baß et eine c22>affe war im Kampf gegen ein falfdE>et Verftänbnit bet (Ebangeliumt. 3m Saufe ihrer ©efd)id)te faf) fid) bie Urfirdje genötigt, bie V3ahrl>eit bet (Ebangeliumt gegen haeretifdje ‘22tißbeutung 3U fiebern, b. h. fchärfer 3U formulieren unb ab3ugren3!en. ©ie mußte fämpfen, um bat rechte Verftänbnit ber chriftlidf>en Wahrheit in ihrem eigenen Raunte bard>= 3ufed)ten.

sü lt in Korinth Leugner ber Sotenauferftehung (Ehrifti auftraten, erinnert V oulut bie Korinther an bat (Ebangelium, bat er ihnen in îtbereinftimmung mit anberen ilpoftein beriünbigt hat unb bat fie im ©lauben angenommen h ^ n : 1. Kor. 15. 5>abei betont V flulut autbrüdlid), baß feine <22tiffiontprebigt auf bem Kerfygma ber ©efamt* firche aufbaut unb baß er ben amtlichen V3ortlaut ber feftgeprägten Vefenntnitfät^e wortgetreu weitergibt. V>eil in biefern Kertygma bie üuferftehung 3 efu (Ehrifti a lt eine unberrücfbare ©runblage bet ©lau* bent bezeugt ift, barum ift aud> ber ©laube an bie 2luferftehung ein unbe3Weifelbarer ©laubentfatj. V3er baran rüttelt, ftellt bie ©runb= lagen bet ©laubent felbft in J^rage. ilu t ähnlichem “Slbwehrfampf

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ift 1. 4, 2 ju berftefyen, too ber Snijialt bet djriftiidjen llrbcfennt= niffet genauer baf)itt beftimmt toirb, baß et heißt: 3 eber Oeift, ber befennt, baß pefut S^riftut im Fletfd) gefommen ift, ift bon (Sott, ©iefe Formulierung bet Vefenntniffet ijat beutlid) gnoftifcf)=bofetifcf)e, alfo fonfrete 3rrlef)ren im 'üitge. iHan fann aber nun nicf)t behaupten, baß burd) biefe genauere Formulierung ber 3nf>a[t bet Sefenntniffet abqeänberi toerbe. ©ie toaljre ’SJXCenfcfj^eit ift ben ’üpoftein niemalt 3tt>eifelfjaft. getoefen, tooljl aber fiep fid) bie: ftirdje genötigt, int ftarnpf gegen bie bebroi>IicF)ie Srrleljre in ihrem eigenen t2taum ben 3n (ja It bet Vefenntniffet genauer 3U beftimmen. Vefenntnit a lt üutbrud lebenbiger ©laubenterfenntnit ift in ber ©emeinbe bor[>anben, längft ef)C et 3U feiner begrifflichen Formulierung fontmt. über erft bie Veftreitung ber djriftlicfyen iOaf)r[)eit 3toingt bie ftirdje, fid) auf biefe ^öa^r^eit neu 3U befinnen unb fie bann befenntnitmäßig 3U formu= lieren. ©ie übtoehr ber Verfemung bet (Ebangeliumt, bie beftimmtere (Srfenntnit ber SQMjrfyeit brüeft fid) bann in einem theologifdjen, in= haltlid) antitfjetifcfien Vefenntnit im engeren Sinne aut. 3>aburcfi toirb bat Vefenntnit in nod) ftärferem iltaße, a lt bei ber urfprüng= licken (uturgifd).=fated)etifd)en süutprägung (Sadje ber Sheologie. © at Vefenntnit in £>iefer ©eftalt toirb Jur Sftorm für Verfünbtgung unb $ird)e unb toatjrt ihre (Einheit. (Et unterfd)ieibet fid) bon ber liturgifd)= fatedjietifdjen ©eftalt burd) bie große Süutführlid)feit in ber ßadje unb burd) fd)ärfere begriffliche Formulierung in ber ^ortn, um ba= mit gtoeibeutigfeiten a u t3ufd)ließen. ©iefet bei ber ©ogmenbilbung ber cfjriftlid^icn ftird>e tt>eitl)in tnirffame ©efeij (d)riftologogefe^e ®trei= tigfeiten bet 4. 3ja|f(junbertt) läßt fid) fomit fefjott im neuteftament= lid)en <£l)riftentum beobad>ten.

iDeldjet ift bie Vebeutung bet Sefenntniffet in biefem hoppelten Sinne für bie ftircfye?

©er Vefenntnitaft ift fd>ulbige unb notmenbige £ebentäußerung ber ftird)e 3 eiu (Eijrifti, befonbert, aber nid>t nur in ftatu confeffionit. Vefenntnit, fet$t alfo bie lebenbige ©emeinbe boraut: fie ift et, bie befennt. 'über bat Vefenntnit ber apoftolifdjen J^cit ift nid)t !ird>en= grünbenb, fonbern firdjenbebingt. (Et fe^t bie ft'irdje, bie auf bem ftert)gma grünbet, boraut. itnbererfeüt ift bie Verobjeftibierung bet Vefenntniffet im Ü . S. nod) ntd>t fo roeit fortgefdjritten, tbie man heute toeitl)in annimmt, ©ie fjomologia ift bon gaufe au t böllig unbogmatifdj unb bejeicfinet, tbie teir fagten, im it. S. 3unäd)ft ben sü ft bet Vefennent, bann aber aud) ben Snljalt bet Vefennt* niffet (gebr. 3, 1; 4, 14; 10, 23). ©ie ©ren3e 3l»ifd)en beiben Sebeutungen ift fließenb. 3 ebod) umfd)ließt bie i)ontologia in bem angegebenen ©oppeifinn einen beftimmt mit SQ3orten umfd)riebe= nen 3nl)ait, unb tiefer 3n£>alt ift allerbingt firdjengrünbenb (üöm, 10, 9; iltatth. 16, 16f.). 4lur ift bie urd)riftlid)e '23e3eid)uung für jeben iirdfiengrünbenben Sn^alt, nid)i f)omologia, fonbern iiert)gma, c2öort ©ottet, «Sbangelium. © at Sefenntnit beruht nid)t auf einem befonberen 'üuftrag tbie bie apoftole, bat Vfebigtantt ober bie ©ia= fonie, fonbern ift Vflid)t aller ©emeinbeglieber. ©ie Si>efe bon fird)'en= grünbenben Sefenntnit ift bom it. %. unhaltbar. (Vgl. ©utad>ten

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ber 2eip3iger Uniberfität in „fib. £uth. S?irdjen3eitung“ b. 15. 11. 47), ©er 3n|a(t ber firdjengrünbenben ^rebigt unb bemgemäß auci)i bet 33efenntniffet ber ©emeinbe i|t bon V aulut oft in präjifen befenntnit* artigen Formeln 3Ufammengefaßt. (1. ft'or. 15, lf; 2. ftor. 5, 18 ff: ‘Köm. 1, 3 f.). „(Ein autoritatibet feftformuliertet firdjlidjet 23efennt= nit, ettoa gar bat trinitarifdjie, gab et nod) nicht, fjöd)ftent ein all» gemeinet Verftänbnit be3üglidj beffen, toat a lt djriftlid) 3u gelten habe.“ (&attenbufdj). Uber furje F ormetn ü)ie $t)riot <Sf»riftog unb iijre (Erweiterungen burd) ^afftonS= unb Snfarnationtformeln ift bat 33efenntnit rtod) nid)! fjinautgefommen; fein fuitifd)=[iturgiid)=fatcd)e= tifdjer „©ijj im Seben“ ift überall beutiid), fit loar eben xtocf). allet im ©'at formulierte ‘Sefenntnit ift aifo bollenbt nid>t fird)en= grünbenb getoefen.

Sn ber ftirdje ber erften fif)ri)'teni)eit ftefjen aifo 3toei ©eftalten bon Vefenntnit nebeneinanber. Veibe iltotibe 3ur Viibung bet iSefennt= niffet im engeren (Sinne, bat fated)-etifd)=[iturgifd)e unb bat bogma= tifdj=polemifd}e, gehen bit in bie Anfänge 3urücf unb tbirfen bei jebent ber i)iftorifd)en Vefenntniffe mehr ober toeniger 3ufammen. iltan fann fie nicht auf bie beiben be3eidineten ©'eftaiten aufteilen. ©er Übergang ift fließenb. © at Iiturgifd>=fated)etifd)e Sefenntnit ift ©ad>e jebet einjeinen fifjriften, bat er berfteijt unb gebraucht im perfön» liefen Vefenntnitaft. ©er tieffte ©inn urcijriftiidjen Vefennent toirb unt ja erft beutiid} am Vefenntnit 3U fihriftut bor ber d>ri''tutfeinb;= lidfjen SSelt. (i3Tur toer biefet Sefenntnit abgelegt Ijatte, erhielt ben (Ehrennamen Sefenner (fionfeffor). ©ie ganje Sdjtoere unb ber gan3<e firnft urd)riftlid)en Vefennent toerben h^r offenbar, ©er Vefenner muß feft im ©tauben gegrünbet fein, er muß bereit fein, allet ein® 3ufefyen a lt ein 3 eu9e 3 efu (märttjt = iZtärttyrer), burd): Eingabe feiner gan3en fijiften3, burd) Eeiben unb im äußerften Falle auch burch ben Sob (i2T. 10, 32).

©ie ftraft $u folcfjer Vefenntnithaltung ertoädjft ben fifjriften aut bem V lid auf fihriftut ben fjerrn. (Er felbft, 5efu^ fihriftut, ifti bat erhabene Vorbilb folchen Vefennent, ber bor ^on tiu t S ta tu t „bat fchöne Vefenntnit“ abgelegt hat 1- Sim. 6, 3. Üuf ihn fd>aut bie fleine ©emeinbe ber fihriften, bie fid) einer feinblidjen iöelt unb einem übermächtigen ©taat gegenüber fiei)t, beffen Oberhaupt ben ftaifer=ftt)riottiteI für fid) beansprucht. ilid>t menfchliche ©laubent» treue unb nicht menfd>lid)er Vefennermut, fonbern bie ©eüvißheit, baß fihriftut, ber lebenbige gerr bie Ütäd)te ber F m f^rnit fdion befiegjt hat, läßt fie bat fieghafte iDort fprechen: Hnfer ©laube ift ber ©leg:,, ber bie (2BeIt übertounben hat. —

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